Startseite Allgemeines Pete Hegseth wollte einst einen „amerikanischen Kreuzzug“ – nun führt er einen Krieg im Nahen Osten
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Pete Hegseth wollte einst einen „amerikanischen Kreuzzug“ – nun führt er einen Krieg im Nahen Osten

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth verbindet den aktuellen Krieg gegen den Iran immer wieder mit religiösen Aussagen. In Interviews und öffentlichen Auftritten betont er, dass die USA nicht nur militärisch überlegen seien, sondern auch auf den Beistand Gottes vertrauen könnten.

In einem Interview mit CBS News erklärte Hegseth, der Iran solle die Entschlossenheit der USA nicht unterschätzen:
Die amerikanischen Streitkräfte seien stärker, entschlossener – und zudem von der „Vorsehung des allmächtigen Gottes“ geschützt.

Auf die Frage, ob er den Konflikt auch religiös betrachte, sagte Hegseth, die USA stünden Gegnern gegenüber, die ebenfalls religiös motiviert seien und mit Atomwaffen eine apokalyptische Vision verfolgten. In solchen Momenten, so Hegseth, brauche auch das Militär eine Verbindung zum Glauben.

Kurz darauf zitierte er bei einer Pressekonferenz im Pentagon einen Bibelvers aus Psalm 144:
„Gelobt sei der Herr, mein Fels, der meine Hände für den Kampf und meine Finger für den Krieg ausbildet.“

Amerika als christliche Nation

Hegseth vertritt seit Jahren die Ansicht, dass die Vereinigten Staaten im Kern eine christliche Nation seien. Beim National Prayer Breakfast erklärte er kürzlich, Amerika sei „als christliche Nation gegründet worden“ und diese Identität liege weiterhin in der DNA des Landes.

Für ihn verbindet sich militärische Stärke mit religiöser Überzeugung. Die USA seien nicht nur mit einem „Arsenal der Freiheit“ ausgerüstet, sondern auch mit einem „Arsenal des Glaubens“.

Symbolik der Kreuzzüge

Diese religiöse Sichtweise zeigt sich auch in Hegseths persönlicher Symbolik. Auf seiner Brust trägt er ein Tattoo des Jerusalem-Kreuzes, ein Symbol, das historisch mit den mittelalterlichen Kreuzzügen verbunden ist.

Ein weiteres Tattoo trägt den lateinischen Satz „Deus Vult“ – „Gott will es“, der im Mittelalter als Schlachtruf christlicher Kreuzfahrer galt.

In seinem Buch „American Crusade“ aus dem Jahr 2020 beschreibt Hegseth diesen Ausdruck als historischen Kampfruf christlicher Ritter auf dem Weg nach Jerusalem.

Die Idee eines modernen „Kreuzzugs“

In diesem Buch argumentiert Hegseth, dass sich die Vereinigten Staaten in einem „Kreuzzugsmoment“ befänden – vergleichbar mit den religiösen Konflikten des Mittelalters.

Er sieht islamistische Bewegungen als zentrale Bedrohung für den Westen und meint, Christen müssten sich gemeinsam mit Verbündeten – darunter Israel – dagegen verteidigen.

Dabei fordert er, Islamismus kulturell, politisch und notfalls militärisch zurückzudrängen.

Kritik aus dem Militär

Kritiker warnen jedoch, dass eine solche religiöse Rhetorik im Zusammenhang mit militärischen Operationen problematisch sein könne.

Die Organisation Military Religious Freedom Foundation, die sich für Religionsfreiheit innerhalb der US-Streitkräfte einsetzt, berichtet von Beschwerden aus dem Militär. Einige Soldaten hätten Sorge, der Krieg könne als religiöser Konflikt interpretiert werden.

Der Gründer der Organisation, der frühere Militärjurist Mikey Weinstein, warnte, solche Aussagen könnten extremistischen Gruppen im Ausland als Propagandamaterial dienen.

Christlicher Zionismus

Hegseth gilt zudem als Unterstützer Israels und wurde in seiner Anhörung im Senat gefragt, ob er sich als christlicher Zionist sehe.

Er antwortete, er sei Christ und unterstütze Israels Existenz und Sicherheit entschieden.

Der Begriff „christlicher Zionismus“ beschreibt eine religiöse Strömung, die davon ausgeht, dass die Rückkehr des jüdischen Volkes in das Heilige Land Teil biblischer Prophezeiungen ist.

Glaube, Politik und amerikanischer Ausnahmegedanke

Politikwissenschaftler sehen Hegseths Haltung als Teil einer breiteren Strömung des christlichen Nationalismus in den USA. Diese verbindet religiöse Überzeugungen mit der Vorstellung, dass Amerika eine besondere historische Mission habe.

Nach Einschätzung von Experten teilen viele Amerikaner zumindest teilweise diese Sichtweise – auch wenn Kritiker warnen, dass solche Ideen demokratische Prinzipien gefährden könnten.

Für Hegseth selbst scheint der Zusammenhang jedoch klar: In seinem Buch schrieb er, dass Jesus zwar zur Friedfertigkeit aufgerufen habe, dieser Rat aber wohl kaum für einen Verteidigungsminister in Kriegszeiten gedacht gewesen sei.

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