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Energiekrise in Asien: Krieg im Nahen Osten führt zu Treibstoffknappheit

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran wirkt sich zunehmend auf den Alltag in vielen asiatischen Ländern aus. In mehreren Staaten kommt es zu Treibstoffengpässen, langen Warteschlangen an Tankstellen und drastischen Sparmaßnahmen der Regierungen.

In Indien etwa warten viele Menschen bereits seit Tagen vor Gasstationen, um Flüssiggas zu bekommen. Ein Mann erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ANI, dass die Situation bereits seit rund zehn Tagen anhalte. Wer nicht früh genug komme, müsse oft ohne Gasflasche wieder nach Hause gehen.

Flüssiggas ist in Indien für Millionen Haushalte unverzichtbar. Es wird nicht nur zum Kochen genutzt, sondern auch als Treibstoff für zahlreiche Fahrzeuge. Ein Bewohner namens Ravi berichtete, dass viele Familien bereits improvisieren müssten: „Gestern mussten wir unser Essen auf einem Holzfeuer kochen“, sagte er.

Hohe Abhängigkeit vom Nahen Osten

Indien ist einer der weltweit größten Importeure von Flüssiggas (LPG). Nach Angaben des Analyseunternehmens Kpler importiert das Land etwa 85 Prozent seines LPG-Bedarfs aus dem Ausland. Rund die Hälfte des Flüssigerdgases (LNG) – wichtig für Stromproduktion, Düngemittel und Transport – stammt aus dem Nahen Osten.

Um Engpässe zu verhindern, hat das indische Energieministerium bereits reagiert. Raffinerien wurden angewiesen, ihre Produktion von Flüssiggas zu erhöhen und vorrangig den heimischen Markt zu versorgen. Zudem nutzt die Regierung Notfallbefugnisse, um Treibstoff von Industriebetrieben umzuleiten, damit Haushalte weiterhin beliefert werden können.

Pakistan verhängt Sparmaßnahmen

Auch im Nachbarland Pakistan sind die Auswirkungen der Energiekrise deutlich zu spüren. Die Regierung kündigte drastische Sparmaßnahmen an: Schulen wurden vorübergehend geschlossen, viele Beschäftigte sollen im Homeoffice arbeiten.

Ministerpräsident Shehbaz Sharif ordnete außerdem an, dass staatliche Behörden keine neuen Möbel oder Klimaanlagen mehr anschaffen dürfen, um Energie zu sparen.

Südkorea deckelt Benzinpreise

In Südkorea reagierte die Regierung mit einer ungewöhnlichen Maßnahme. Zum ersten Mal seit fast 30 Jahren wurde ein staatlicher Preisdeckel für Treibstoff eingeführt. Präsident Lee Jae Myung kündigte zudem strengere Kontrollen an, um überhöhte Preise an Tankstellen zu verhindern.

Parallel versucht die Regierung, alternative Lieferwege für Öl zu sichern – insbesondere für Tanker, die nicht durch die strategisch wichtige Straße von Hormus fahren müssen.

Energiesparen auch in Südostasien

Weitere Länder der Region greifen ebenfalls zu Sparmaßnahmen:

  • Thailand hat Auslandsreisen von Regierungsmitarbeitern eingeschränkt und ruft zum Energiesparen auf.

  • Die Philippinen führen für Teile des öffentlichen Dienstes eine Vier-Tage-Arbeitswoche ein und empfehlen, Klimaanlagen nicht unter 24 Grad Celsius einzustellen.

  • In Vietnam und Bangladesch bilden sich lange Warteschlangen an Tankstellen.

In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka berichten Autofahrer, dass sie teilweise zweimal täglich Benzin kaufen müssen, um ihre Fahrzeuge überhaupt betreiben zu können.

Wirtschaftliche Folgen drohen

Um die Lage zu stabilisieren, liefert Indien nun etwa 5.000 Tonnen Diesel über eine Pipeline nach Bangladesch. Ziel ist es, ausreichend Treibstoff für Stromproduktion, Landwirtschaft und Transport bereitzustellen.

Doch für viele Menschen vor Ort bleibt die Sorge groß. Ein Bewohner von Dhaka erklärte, wenn die Situation anhalte, könne dies enorme Folgen für die Wirtschaft haben.

„Wenn das so weitergeht, wird das einen massiven Druck auf unsere Wirtschaft ausüben“, sagte er. „Dann geraten wir in eine wirklich sehr schwierige Lage.“

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