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PCOS bekommt neuen Namen – Experten hoffen auf bessere Diagnosen bei Millionen Frauen

Yuri_B (CC0), Pixabay
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Eine Erkrankung, die weltweit Millionen Frauen betrifft und häufig unerkannt bleibt, bekommt offiziell einen neuen Namen. Das sogenannte polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) heißt künftig „Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom“ – kurz PMOS.

Mediziner hoffen, dass die Umbenennung dabei hilft, Missverständnisse über die Krankheit zu beseitigen und betroffenen Frauen schneller die richtige Behandlung zu ermöglichen.

Warum PCOS umbenannt wird

Der bisherige Name „Polyzystisches Ovarialsyndrom“ führte laut Experten oft zu falschen Vorstellungen. Viele Menschen gingen davon aus, dass es sich ausschließlich um Zysten an den Eierstöcken handelt.

Tatsächlich umfasst die Erkrankung jedoch deutlich mehr Beschwerden.

Dazu gehören unter anderem:

  • unregelmäßige Monatszyklen
  • unerfüllter Kinderwunsch
  • Haarausfall nach männlichem Muster
  • verstärkte Körperbehaarung
  • Akne
  • Diabetes Typ 2
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Depressionen und Angststörungen

Laut Weltgesundheitsorganisation sind weltweit etwa 10 bis 13 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. Rund 70 Prozent wissen jedoch nicht, dass sie die Erkrankung haben.

Experten sehen große Missverständnisse

Die australische Endokrinologin Helena Teede, die den Namenswechsel mitinitiierte, erklärte, sie habe über Jahrzehnte immer wieder erlebt, wie stark die Krankheit missverstanden werde.

„Indem wir die Erkrankung nur mit Zysten an den Eierstöcken verbinden, übersehen wir das eigentliche Gesamtbild“, sagte sie.

Auch andere Fachleute kritisieren, dass der alte Name die hormonellen und metabolischen Probleme vieler Patientinnen nicht ausreichend widerspiegele.

Neuer Name soll gesamte Erkrankung besser erklären

Der neue Begriff „Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom“ soll verdeutlichen, dass es sich um eine komplexe Hormon- und Stoffwechselerkrankung handelt.

Das Wort „polyendokrin“ beschreibt Störungen im Hormonsystem des Körpers. Diese können zahlreiche körperliche und psychische Folgen haben.

Die Umbenennung wurde nach Angaben der Fachzeitschrift „The Lancet“ über 14 Jahre hinweg gemeinsam mit 56 internationalen Fach- und Patientenorganisationen entwickelt.

Erkrankung betrifft weit mehr als Fruchtbarkeit

Ursprünglich galt PCOS vor allem als Fruchtbarkeitsstörung. Später entdeckten Forscher jedoch, dass viele Betroffene auch unter Insulinresistenz leiden.

Dabei reagiert der Körper nicht mehr richtig auf Insulin, wodurch das Risiko für Diabetes deutlich steigt.

Inzwischen zeigen Studien außerdem Zusammenhänge mit:

  • Fettleber
  • Herzkrankheiten
  • Schlafapnoe
  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Körperbildstörungen

Hoffnung auf bessere Versorgung und mehr Forschung

Experten hoffen, dass der neue Name dazu beiträgt, die Erkrankung ernster zu nehmen und die medizinische Versorgung zu verbessern.

Auch die Finanzierung der Forschung könnte dadurch steigen.

„Frauengesundheit ist chronisch unterfinanziert“, erklärte die US-Ärztin Christina Boots. Der neue Name könne helfen zu verdeutlichen, dass PMOS weit mehr als nur ein gynäkologisches Problem sei.

Wann Frauen sich untersuchen lassen sollten

Ärzte empfehlen eine Untersuchung insbesondere bei auffälligen Zyklusstörungen.

Warnzeichen können sein:

  • weniger als acht Monatsblutungen pro Jahr
  • Zyklen von mehr als 40 Tagen
  • starke Akne
  • ungewöhnlicher Haarwuchs
  • Haarausfall
  • unerfüllter Kinderwunsch

Zur Diagnose werden meist Hormonwerte sowie Hinweise auf Insulinresistenz untersucht.

Behandlung konzentriert sich bisher vor allem auf Symptome

Eine Heilung für PMOS gibt es derzeit nicht. Die Behandlung konzentriert sich vor allem darauf, Beschwerden zu lindern.

Häufig empfohlen werden:

  • Ernährungsumstellung
  • mehr Bewegung
  • Gewichtsreduktion
  • hormonelle Verhütung zur Zyklusregulierung
  • Medikamente gegen Stoffwechselprobleme
  • Fruchtbarkeitsbehandlungen bei Kinderwunsch

Auch moderne Medikamente wie GLP-1-Präparate könnten künftig eine größere Rolle spielen.

Experten betonen jedoch, dass Betroffene vor allem Ärzte benötigen, die die Erkrankung ganzheitlich betrachten und verschiedene Fachbereiche miteinander verbinden.

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