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Kinderbuchautorin Kouri Richins wegen Mordes an ihrem Ehemann zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt

Daniel_B_photos (CC0), Pixabay
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Die US-Amerikanerin Kouri Richins aus Utah, die nach dem Tod ihres Mannes ein Kinderbuch über Trauer veröffentlichte, ist wegen dessen Ermordung zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung verurteilt worden.

Richins wurde schuldig gesprochen, ihren Ehemann Eric Richins im März 2022 mit einer tödlichen Dosis Fentanyl vergiftet zu haben. Das Urteil fiel ausgerechnet an seinem 44. Geburtstag. Richter Richard Mrazik bezeichnete die 36-Jährige als „zu gefährlich, um jemals wieder frei zu sein“.

Neben dem Mord wurde Richins auch wegen versuchten Mordes, Versicherungsbetrugs und Urkundenfälschung verurteilt. Laut Gericht soll sie bereits Wochen vor dem Tod ihres Mannes versucht haben, ihn am Valentinstag zu vergiften.

Emotionale Aussagen der Kinder vor Gericht

Besonders belastend waren die Aussagen der gemeinsamen drei Kinder. Die Briefe der Jungen wurden während der Verhandlung von Therapeuten vorgelesen. Alle erklärten, Angst vor ihrer Mutter zu haben, falls sie jemals freikommen sollte.

Der mittlere Sohn schrieb unter anderem:

„Du hast mir und meinen Brüdern alles genommen. Ich will nicht, dass du aus dem Gefängnis kommst, weil ich mich dann nicht sicher fühlen würde.“

Richins selbst beteuerte vor Gericht erneut ihre Unschuld. In einer langen Erklärung an ihre Kinder sagte sie:

„Dass ihr glaubt, euer Vater sei ermordet worden und ich hätte ihn euch genommen, ist komplett falsch.“

Familie des Opfers fordert harte Strafe

Auch Angehörige von Eric Richins appellierten emotional an das Gericht. Seine Schwester Katie Richins-Benson warnte davor, der Verurteilten jemals wieder Freiheit zu gewähren.

„Bitte sorgen Sie dafür, dass Kouri niemals wieder eine Gefahr für diese Familie oder andere Menschen werden kann“, erklärte sie unter Tränen.

Die Verteidigung hingegen forderte eine mildere Strafe. Anwältin Wendy Lewis argumentierte, die Kinder könnten ihre Meinung eines Tages ändern und wieder Kontakt zur Mutter wünschen. Außerdem kündigten die Anwälte Berufung sowie einen Antrag auf einen neuen Prozess an.

Die Ermittlungen zum Tod von Eric Richins

Eric Richins wurde am 4. März 2022 tot im gemeinsamen Haus im US-Bundesstaat Utah gefunden. Laut Obduktion starb der 39-Jährige an einer massiven Fentanyl-Überdosis. In seinem Blut wurde etwa die fünffache tödliche Menge nachgewiesen.

Die Staatsanwaltschaft war überzeugt, dass Kouri Richins ihrem Mann die Drogen in ein Getränk mischte. Direkte Beweise dafür gab es zwar nicht, dennoch überzeugte die Gesamtheit der Indizien die Jury.

Affäre, Schulden und Millionenversicherung

Im Prozess zeichnete die Staatsanwaltschaft das Bild einer Frau, die finanziell massiv unter Druck stand. Ein Gutachter erklärte, das Immobiliengeschäft von Richins sei hoch verschuldet und praktisch zusammengebrochen.

Zusätzlich soll die Angeklagte eine Affäre geführt haben. Vor Gericht wurden zahlreiche Nachrichten an ihren Geliebten verlesen. In einer Nachricht schrieb sie wenige Wochen vor dem Tod ihres Mannes:

„Wenn er einfach verschwinden würde und du hier wärst, wäre das Leben perfekt.“

Eric Richins war über mehrere Policen mit insgesamt rund 2,2 Millionen Dollar versichert. Eine dieser Versicherungen soll Kouri Richins laut Urteil sogar betrügerisch abgeschlossen haben.

Belastende Suchanfragen auf dem Handy

Besonders schwer wogen für die Ermittler mehrere Suchanfragen auf Richins’ Handy. Unter anderem suchte sie nach:

  • „Was ist eine tödliche Dosis Fentanyl?“
  • „Wie wird Vergiftung auf einem Totenschein angegeben?“
  • „Frauengefängnisse in Utah“

Die Staatsanwaltschaft wertete dies als klares Zeichen eines schlechten Gewissens.

Kinderbuch nach dem Tod des Ehemanns veröffentlicht

Nur etwa ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes veröffentlichte Richins das Kinderbuch „Are You With Me?“. Darin verarbeitet sie den Verlust eines Elternteils und wollte nach eigenen Angaben ihren Kindern beim Trauern helfen.

In einer TV-Sendung sagte sie damals:

„Auch wenn er körperlich nicht mehr bei uns ist, bedeutet das nicht, dass seine Präsenz verschwunden ist.“

Wenige Wochen später wurde sie festgenommen.

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