Auf Kreuzfahrtschiffen häufen sich in diesem Jahr die Fälle von Magen-Darm-Erkrankungen. Laut Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) wurden 2025 bereits 19 Ausbrüche registriert, die die Schwelle für eine öffentliche Bekanntmachung überschritten haben – mehr als im gesamten Jahr 2024.
Neuer Fall auf Royal Caribbean-Schiff
Betroffen war zuletzt die Serenade of the Seas von Royal Caribbean International. Auf der Fahrt ab 19. September von San Diego über Mexiko, Costa Rica, den Panamakanal und Kolumbien meldeten 71 der 1.874 Passagiere sowie ein Crewmitglied Symptome wie Erbrechen und Durchfall.
Das Unternehmen reagierte nach eigenen Angaben mit verstärkten Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sowie der Isolation erkrankter Personen. „Die Gesundheit und Sicherheit unserer Gäste, der Crew und der besuchten Gemeinden haben höchste Priorität“, teilte die Reederei mit.
Mehr Ausbrüche als üblich
Von den 19 in diesem Jahr gemeldeten Ausbrüchen waren 14 auf Noroviren zurückzuführen. Auch an Land ist die Zahl der Erkrankungen gestiegen: In den 14 US-Bundesstaaten, die am Überwachungsnetzwerk NoroSTAT teilnehmen, wurden zwischen August 2024 und Juli 2025 rund 2.675 Norovirus-Ausbrüche registriert – deutlich mehr als im Vergleichszeitraum zuvor.
Die CDC erklärt den Anstieg mit einer derzeit dominanten Virusvariante. Zudem habe eine Überprüfung gezeigt, dass auf Schiffen möglicherweise zu stark auf Handdesinfektionsmittel gesetzt wird – diese seien gegen Noroviren weniger wirksam als gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife.
Kreuzfahrtschiffe nur kleiner Teil
Gesundheitsexpertin Sarah R. Michaels (Tulane University) betont, dass Kreuzfahrtschiffe nur etwa ein Prozent aller gemeldeten Norovirus-Ausbrüche ausmachen. „Sie sind stärker im Fokus, weil enge Kontakte auf engem Raum ein rasches Erkennen und Melden begünstigen – ähnlich wie in Kindergärten oder Pflegeheimen“, sagte sie.
Tipps zum Schutz
Reisende sollten vor allem auf konsequente Handhygiene achten. Wichtig sei Händewaschen nach dem Toilettengang und vor dem Essen. Wer Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder Übelkeit entwickelt, sollte sich isolieren und das medizinische Personal an Bord informieren. Auch eine Verschiebung der Reise könne in solchen Fällen sinnvoll sein.
Die CDC rät außerdem, möglicherweise kontaminierte Flächen gründlich zu desinfizieren und Wäsche umgehend zu reinigen.
Trotz der gestiegenen Zahlen rät Michaels nicht generell von Kreuzfahrten ab: „Man sollte die Reise nicht allein aus diesem Grund meiden – aber Vorsichtsmaßnahmen ernst nehmen.“
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