In New York liefern sich drei Männer ein Spektakel, das selbst Broadway-Regisseure erröten lässt. In der letzten TV-Debatte vor der Wahl am 4. November standen sich gegenüber: ein demokratischer Sozialist ohne Plan, ein Ex-Gouverneur mit Vergangenheit und ein Republikaner mit Baskenmütze.
Zohran Mamdani, 34, will als linke Hoffnung die Stadt erneuern – kann sich aber nicht mal entscheiden, wie man bezahlbare Wohnungen bauen soll. Auf Fragen zu konkreten Plänen antwortet er mit einem Lächeln und dem politischen Klassiker: „Dazu habe ich noch keine Position.“
Andrew Cuomo, 67, einst mächtiger Gouverneur, nun als „unabhängiger Kandidat“ zurück aus der politischen Gruft, verteidigt sein Comeback mit Beton, Brücken und jeder Menge Selbstlob. Die Vorwürfe sexueller Belästigung, die zu seinem Rücktritt führten, erwähnt er lieber nicht – stattdessen schwärmt er von Infrastruktur, als könne man Skandale zubauen.
Curtis Sliwa, 71, Gründer der „Guardian Angels“ und Träger der vermutlich letzten roten Baskenmütze Amerikas, versucht sich als Volkstribun – irgendwo zwischen Talkshow und Taxi-Funk. Seine wichtigste Botschaft: Trump ist toll, aber er selbst ist unabhängiger.
Natürlich bleibt Donald Trump das unsichtbare vierte Pult auf der Bühne. Mal wird Cuomo als „Trumps Marionette“ bezeichnet, mal Mamdani als „kommunistischer Kandidat, den man notfalls deportieren sollte“. Trump selbst dürfte das Chaos genießen – es erinnert ihn schließlich an seine eigene Kabinettssitzung.
Die Debatte selbst glich eher einer Realityshow als einer politischen Diskussion: Beleidigungen, Zwischenrufe, laute Lacher. Höhepunkt war Sliwas empörtes „Don’t be glazing me here, Zohran!“ – was immerhin den Unterhaltungswert sicherte.
Nach 95 Minuten blieb von den großen Themen New Yorks – Wohnen, Schulen, Sicherheit – wenig übrig, außer der Erkenntnis: Egal, wer gewinnt, die Pointe bleibt dieselbe.
Cuomo ging danach mit Ex-Bürgermeister Adams zu den Knicks, als wäre nichts gewesen. Die Knicks gewannen – was man von den Kandidaten kaum behaupten kann.
New York hat schon viele Bürgermeister gesehen, aber selten drei, die so überzeugend zeigen, dass Politik manchmal einfach nur gutes Kabarett ist.
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