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Neue Spur in Großbritannien: Polizei prüft mögliche Epstein-Flüge über London-Stansted

MIH83 (CC0), Pixabay
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Jahre nach dem Tod des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein werfen neu veröffentlichte Dokumente erneut Fragen auf – diesmal mit möglicher Verbindung nach Großbritannien. Die Polizei der Grafschaft Essex prüft derzeit Hinweise, wonach der Flughafen London-Stansted als logistisches Drehkreuz für Flüge im Zusammenhang mit Epsteins Netzwerk genutzt worden sein könnte.

Auslöser sind jüngst veröffentlichte Akten aus den USA. Darin finden sich laut britischen Behörden Hinweise auf verdächtige Privatjet-Flüge, die möglicherweise in Verbindung mit dem Schleusen von Missbrauchsopfern stehen. Ob es sich dabei um konkrete Straftaten auf britischem Boden handelt, ist bislang unklar.

Verdächtige Flugbewegungen im Fokus

Der Flughafen London-Stansted, nordöstlich der britischen Hauptstadt gelegen, ist nicht nur ein bedeutender Verkehrsflughafen, sondern auch ein wichtiger Standort für Privat- und Geschäftsflugzeuge. Genau dieser Bereich rückt nun ins Blickfeld der Ermittler.

Die Polizei teilte mit, man prüfe Hinweise aus den neu veröffentlichten Dokumenten, die auf bestimmte Flugbewegungen mit Privatmaschinen hindeuteten. Details zu Zeiträumen, Flugnummern oder möglichen Beteiligten wurden bislang nicht genannt.

Nach Informationen des britischen Senders BBC bedeutet die Überprüfung jedoch noch nicht, dass eine umfassende strafrechtliche Untersuchung eingeleitet wurde. Vielmehr handelt es sich zunächst um eine Bewertung der vorliegenden Hinweise.

Internationale Dimension des Falls

Der Fall Epstein hat seit Jahren weltweite politische und gesellschaftliche Wellen geschlagen. Der US-Milliardär war 2019 wegen des Vorwurfs des Sexhandels mit Minderjährigen angeklagt worden und starb kurz darauf in einer Gefängniszelle in New York. Sein Tod wurde offiziell als Suizid eingestuft, doch zahlreiche Fragen zu seinem Netzwerk und möglichen Mitwissern sind bis heute ungeklärt.

Die nun veröffentlichten Dokumente haben erneut internationale Behörden auf den Plan gerufen. Großbritannien war bereits zuvor in verschiedenen Medienberichten im Zusammenhang mit Epsteins Kontakten genannt worden – unter anderem wegen seiner gesellschaftlichen Verbindungen in europäische Elitenkreise.

Flughafen als mögliches Transit-Drehkreuz?

Die aktuellen Hinweise betreffen offenbar nicht reguläre Linienflüge, sondern private Chartermaschinen. Ermittler prüfen, ob Stansted als Zwischenstation oder Ausgangspunkt für Reisen genutzt wurde, bei denen Opfer grenzüberschreitend transportiert wurden.

Sollten sich die Verdachtsmomente erhärten, könnte dies juristische Konsequenzen nach sich ziehen – insbesondere, wenn Straftaten im Zuständigkeitsbereich britischer Behörden stattgefunden haben.

Zurückhaltung bei den Behörden

Die Polizei in Essex betont, man nehme die Hinweise ernst, befinde sich aber noch in einer frühen Prüfphase. Ein Sprecher erklärte, es gehe zunächst darum, die in den Akten enthaltenen Informationen mit vorhandenen Daten abzugleichen.

Konkrete Verdächtige oder Tatvorwürfe in Großbritannien wurden bislang nicht benannt.

Druck auf Transparenz wächst

Mit jeder neuen Dokumentenveröffentlichung wächst der öffentliche Druck auf Behörden weltweit, mögliche Verbindungen gründlich zu untersuchen. Opferorganisationen fordern seit Jahren umfassende Aufklärung – auch über internationale Strukturen und Unterstützernetzwerke.

Die Spur nach Stansted ist dabei nur eine von mehreren internationalen Fährten, die sich aus den jüngsten Akten ergeben.

Ob aus der jetzigen Prüfung formelle Ermittlungen entstehen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Der Fall Epstein ist auch Jahre nach seinem Tod noch längst nicht abgeschlossen – und könnte nun erneut eine europäische Dimension bekommen.

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