Fast 90 Jahre nach dem Verschwinden der berühmten Flugpionierin Amelia Earhart startet im Herbst ein neuer Versuch, eines der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte zu lösen.
Eine 16-köpfige Expedition will im Oktober zur abgelegenen Pazifikinsel Nikumaroro reisen. Dort befindet sich in einer Lagune ein bislang ungeklärtes Objekt, das auf Satellitenbildern entdeckt wurde und nach Ansicht einiger Forscher ein Teil von Earharts verschollenem Flugzeug sein könnte.
Earhart und ihr Navigator Fred Noonan verschwanden am 2. Juli 1937 auf dem Weg von Papua-Neuguinea zur Howland-Insel. Sie standen kurz vor dem Abschluss einer Weltumrundung entlang des Äquators. In ihren letzten Funksprüchen berichtete Earhart, dass der Treibstoff knapp werde. Danach brach der Kontakt ab.
Die bis heute verbreitetste Theorie lautet, dass die Maschine in der Nähe von Howland Island wegen Treibstoffmangels ins Meer stürzte. Eine andere Hypothese besagt jedoch, Earhart habe Nikumaroro erreicht und dort notlanden können.
Für diese Theorie sprechen nach Angaben der Expeditionsplaner mehrere Indizien. Dazu gehören Funkpeilungen, auf der Insel entdeckte Gegenstände aus den 1930er-Jahren und menschliche Knochen, deren Maße möglicherweise zu Earhart passen könnten. Eindeutige Beweise gibt es bislang jedoch nicht.
Im Mittelpunkt der neuen Suche steht das sogenannte „Taraia-Objekt“. Es wurde auf Satellitenbildern in der Lagune entdeckt und soll Ähnlichkeiten mit Auffälligkeiten auf historischen Aufnahmen nach Earharts Verschwinden zeigen.
Die Forscher wollen Sedimentschichten vorsichtig entfernen und nach größeren Flugzeugteilen wie Rumpf oder Tragflächen sowie nach speziellen Metallnieten der Lockheed Electra 10E suchen.
Die Wissenschaftler selbst bleiben vorsichtig. Es handle sich lediglich um eine Hypothese. Erst vor Ort könne festgestellt werden, was tatsächlich unter Schlamm und Wasser verborgen liege.
Sollte das Flugzeug gefunden werden, wäre für das folgende Jahr eine größere Bergungsaktion geplant. Teile der Maschine könnten anschließend an die Purdue University gebracht werden, mit der Earhart eng verbunden war.
Nach Jahrzehnten voller Spekulationen lautet die entscheidende Frage deshalb erneut: Liegt Amelia Earharts Flugzeug tatsächlich vor Nikumaroro?
Im Oktober könnte es endlich eine Antwort geben.
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