In Portland (Oregon) planen Aktivisten einen ungewöhnlichen Protest: eine Nackt-Fahrraddemo gegen die Entsendung von Nationalgardisten durch die US-Regierung.
Die Organisatoren der Gruppe World Naked Bike Ride Portland kündigten in sozialen Medien eine „Notfallfahrt“ an. Anlass sei die Entscheidung von Präsident Donald Trump, Bundeskräfte in die liberale Westküstenstadt zu schicken, um dort Einrichtungen der Einwanderungsbehörde ICE zu schützen.
Protesttradition mit neuer Bedeutung
Nackte Radler sind in Portland kein ungewöhnlicher Anblick. Seit 2004 finden jedes Jahr sogenannte „World Naked Bike Rides“ statt – als Demonstration für Radfahrerrechte, gegen fossile Brennstoffe und für Körperakzeptanz. Tausende Menschen ziehen dann bunt bemalt und unbekleidet durch die Straßen.
In Oregon gilt öffentliche Nacktheit als geschützte Form des Protests – ein Umstand, der die Aktionen rechtlich absichert. Die geplante Sonderfahrt ist allerdings nicht Teil der bekannten Großveranstaltung, sondern ein politisch motiviertes Spin-off. Schon früher organisierte die Gruppe ähnliche Proteste, etwa gegen ein umstrittenes Treibstofflager am Willamette River.
Mehr als nur Portland
Auch in anderen US-Städten hat sich die „nackte Radkultur“ etabliert. In Houston etwa fuhren Aktivisten unlängst nackt durch die Stadt, um für besseren Radwegausbau zu werben. International gibt es die Bewegung mittlerweile in mehr als einem Dutzend Ländern – von Neuseeland über Mexiko bis Japan.
Politische Brisanz
Die Proteste in Portland richten sich diesmal explizit gegen Trumps Vorgehen. Während der Präsident die Stadt als „endloses Desaster“ bezeichnet, haben die demokratische Gouverneurin von Oregon und die Stadtverwaltung die Entsendung von Soldaten als überzogen und rechtswidrig kritisiert. Oregon hat inzwischen Klage gegen die Bundesregierung eingereicht.
Die Aktivisten setzen nun auf Aufmerksamkeit durch das wohl spektakulärste Druckmittel, das Portland zu bieten hat: eine Masse nackter Menschen auf Fahrrädern.
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