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Millionen Kubaner ohne Strom – Energiekrise verschärft sich

jorono (CC0), Pixabay
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In Kuba sind Millionen Menschen erneut von massiven Stromausfällen betroffen. Am Mittwoch fiel in großen Teilen der Insel der Strom aus, nachdem eines der wichtigsten Kraftwerke des Landes unerwartet abgeschaltet werden musste.

Nach Angaben des staatlichen Energieunternehmens UNE waren etwa zwei Drittel des Landes zeitweise ohne Elektrizität. Der Ausfall betraf ein großes Gebiet von der zentralen Provinz Camagüey bis zur westlichen Region Pinar del Río, einschließlich der Hauptstadt Havanna.

Defekt in wichtigem Kraftwerk

Ausgelöst wurde der Blackout laut Behörden durch eine Störung im Thermokraftwerk Antonio Guiteras, etwa 100 Kilometer östlich von Havanna. Das Kraftwerk zählt zu den wichtigsten Energieanlagen des Landes.

Techniker arbeiteten daran, die Stromversorgung schrittweise wiederherzustellen.

Energiekrise verschärft sich

Kuba kämpft seit Jahren mit chronischem Treibstoffmangel, der immer wieder zu Stromausfällen führt. Die Situation hat sich in den letzten Monaten weiter verschärft.

Ein Grund dafür ist, dass die USA seit Januar Öllieferungen aus Venezuela blockieren, die zuvor einen großen Teil der Energieversorgung Kubas sicherstellten. Venezuela hatte zuvor etwa 35.000 Barrel Öl pro Tag nach Kuba geliefert – rund die Hälfte des Bedarfs der Insel.

Seit der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar durch US-Behörden wurden mehrere Öllieferungen nach Kuba beschlagnahmt.

Stromausfälle mit schweren Folgen

In einigen Regionen dauern Stromausfälle inzwischen bis zu 18 Stunden pro Tag. Das hat erhebliche Auswirkungen auf den Alltag:

  • Krankenhäuser und Notaufnahmen sind betroffen

  • Dialysepatienten haben Probleme mit der Behandlung

  • Pumpstationen für Wasser fallen aus

  • Öffentlicher Verkehr und Müllabfuhr werden eingeschränkt

Auswirkungen auf Tourismus

Neben der Stromkrise leidet Kuba auch unter einem Mangel an Flugtreibstoff. Mehrere Fluggesellschaften haben deshalb ihre Verbindungen eingeschränkt oder eingestellt.

Die Fluggesellschaft Air France kündigte an, ihre Flüge nach Havanna von Ende März bis Mitte Juni auszusetzen.

Politische Spannungen

Die schwierige wirtschaftliche Lage steht auch im Zusammenhang mit den langjährigen Spannungen zwischen Kuba und den USA. Seit der kubanischen Revolution 1959 bestehen amerikanische Handels- und Wirtschaftssanktionen gegen das Land.

US-Präsident Donald Trump hat zudem angedroht, Zölle gegen Länder zu verhängen, die Kuba weiterhin mit Öl beliefern.

Während die Regierung in Havanna versucht, die Energieversorgung zu stabilisieren, bleibt die Lage für viele Kubaner weiterhin äußerst angespannt.

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