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Millionen in Kryptowährungen gewaschen: Internationale Ermittler legen mutmaßliches Geldwäsche-Netzwerk lahm

vjkombajn (CC0), Pixabay
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Es war offenbar eine der wichtigsten Drehscheiben der internationalen Cyberkriminalität. Über Jahre hinweg sollen Hacker, Erpresser und andere Online-Kriminelle den Dienst „AudiA6“ genutzt haben, um gestohlene Kryptowährungen zu verschleiern und in den legalen Finanzkreislauf einzuschleusen. Nun haben internationale Ermittler dem Netzwerk einen schweren Schlag versetzt.

Wie Europol mitteilte, wurden bei einer großangelegten Razzia in Georgien zwei mutmaßliche Betreiber des Dienstes festgenommen. Die Verdächtigen besitzen nach Angaben der Ermittler die ukrainische beziehungsweise russische Staatsangehörigkeit. Ihnen wird vorgeworfen, zwischen 2022 und 2025 Kryptowährungen im Wert von mehr als 336 Millionen Euro gewaschen zu haben.

Nach Erkenntnissen der Strafverfolger fungierte „AudiA6“ als professioneller Geldwäsche-Service für die digitale Unterwelt. Solche Plattformen übernehmen die Aufgabe, die Herkunft von Kryptowährungen zu verschleiern. Gestohlene Coins werden dabei über zahlreiche Wallets, Transaktionen und technische Zwischenschritte bewegt, bis ihre Herkunft für Ermittler kaum noch nachvollziehbar erscheint.

Besonders häufig sollen Cyberkriminelle aus dem Umfeld von Ransomware-Angriffen auf die Dienste der Plattform zurückgegriffen haben. Bei diesen Angriffen werden Unternehmen oder Behörden digital erpresst. Die Täter verschlüsseln Daten und verlangen Lösegeldzahlungen, meist in Kryptowährungen.

Die Ermittlungen zeigen, dass „AudiA6“ weit mehr als eine einfache Tauschplattform gewesen sein soll. Nach Einschätzung der Ermittler entwickelte sich das Netzwerk zu einer zentralen Infrastruktur für die organisierte Cyberkriminalität. Ohne solche Geldwäsche-Dienste wäre es für viele Täter deutlich schwieriger, ihre Beute in scheinbar sauberes Vermögen umzuwandeln.

Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Behörden mehr als 30 Server und legten 25 Internet-Domains still. Darüber hinaus wurden zahlreiche Vermögenswerte eingefroren oder sichergestellt. Dazu gehören Kryptowährungen, Immobilien und rund 80 Fahrzeuge. Auch mehrere von dem Netzwerk genutzte Telegram-Konten wurden abgeschaltet.

Die aktuelle Aktion ist das Ergebnis monatelanger internationaler Ermittlungen. Bereits im September 2025 war in Polen ein erster Verdächtiger festgenommen worden. Die dabei sichergestellten Beweismittel führten die Ermittler offenbar zu weiteren Beteiligten und schließlich zu den mutmaßlichen Hauptverantwortlichen in Georgien.

An der Operation waren Sicherheitsbehörden aus zahlreichen Ländern beteiligt, darunter die USA, Kanada, Australien, Frankreich, Großbritannien, die Schweiz und Deutschland. Auf deutscher Seite arbeiteten das Bundeskriminalamt sowie das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen an den Ermittlungen mit.

Für die Ermittler ist der Fall ein weiteres Beispiel dafür, wie professionell die organisierte Cyberkriminalität inzwischen agiert. Während sich die öffentliche Aufmerksamkeit oft auf Hackerangriffe selbst richtet, sind Geldwäscheplattformen wie „AudiA6“ häufig der eigentliche Schlüssel zum Geschäftsmodell der Täter. Erst sie ermöglichen es, digitale Beute in reale Vermögenswerte umzuwandeln.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul sprach deshalb von einem „dicken Fisch“, der den Ermittlern ins Netz gegangen sei. Tatsächlich dürfte die Zerschlagung des Netzwerks weit über die Festnahme zweier Verdächtiger hinausgehen. Denn mit dem Ausfall einer zentralen Geldwäsche-Infrastruktur verlieren zahlreiche Cyberkriminelle zugleich einen wichtigen Baustein ihrer kriminellen Geschäfte.

Ob damit auch die Hintermänner weiterer internationaler Hackergruppen identifiziert werden können, ist derzeit noch offen. Die Auswertung der beschlagnahmten Server und Datenträger dürfte die Ermittlungsbehörden jedoch noch über Monate beschäftigen.

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