. Zum 35. Jahrestag der Deutschen Einheit wagte Kanzler Friedrich Merz das, was sonst nur Techniker bei Microsoft tun: einen Neustart, weil das System zu oft hängt. „Wagen wir einen neuen Aufbruch!“, rief er beim Festakt in Saarbrücken – und Deutschland fragte sich kollektiv: Schon wieder?
🧱 Einheit 1.0 war Beta-Version
Merz würdigte den Mut der Ostdeutschen, die 1989 für Freiheit und Demokratie auf die Straße gingen. Allerdings habe die Wiedervereinigung offenbar noch ein paar Bugs.
„35 Jahre nach der Einheit brauchen wir eine neue Einheit“, sagte der Kanzler – und legte damit nahe, dass die erste Version vermutlich ohne Update-Garantie geliefert wurde.
Ein Zuschauer im Publikum flüsterte:
„Könnte man nicht erstmal die Software ‚Vertrauen in die Politik‘ reparieren, bevor man ein neues Betriebssystem startet?“
🧍♂️ Der Mann, der aufbrach, um aufzubrechen
Merz’ Rede war ein Sammelsurium aus Pathos, Pflichtbewusstsein und Phrasen, die direkt aus dem Generator für staatsmännische Allgemeinplätze stammen könnten:
„Vieles muss sich ändern, wenn vieles so gut bleiben oder gar besser werden soll.“
Oder wie es ein Zuhörer übersetzte:
„Alles bleibt anders, aber irgendwie gleich – Hauptsache, keiner merkt’s.“
Merz forderte Zuversicht und Mut. Beides sei wichtig, um den neuen Aufbruch zu wagen. Und wer sich noch fragt, wohin eigentlich dieser Aufbruch führt – keine Sorge: Das Ziel wird im nächsten Koalitionsvertrag nachgereicht.
🪖 Aufbruch in Tarnfarbe
Der Kanzler nutzte den Festtag auch, um fürs Militär zu werben.
„Freiheit braucht Verantwortung!“, sagte er, und fügte hinzu, man könne ja mal freiwillig Wehrdienst leisten.
Daraufhin suchten einige Jugendliche panisch im Internet, ob das auch digital geht.
🧩 Der Osten, der Westen – und das Saarland mittendrin
Gastgeberin Anke Rehlinger fand versöhnliche Worte: „Warum soll sich der Osten eigentlich immer an den Westen angleichen?“
Daraufhin nickte das Saarland verständnisvoll – schließlich weiß man dort selbst nicht genau, an wen man sich angleichen soll.
Rehlinger erinnerte daran, dass Einheit mehr ist als ein geografischer Zustand. Kritiker merkten an, dass sie vermutlich auch mehr ist als ein jährlicher Feiertag mit Blaskapelle und Bratwurststand.
🥖 Macron, der Gast mit der Baguette-Diplomatie
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kam eigens angereist, um die deutsch-französische Freundschaft zu feiern – und weil es im Élysée-Palast an dem Tag wohl keine Croissants gab.
„Die Feier des geeinten Deutschlands ist auch eine Feier des geeinten Europas“, sagte er charmant.
Angela Merkel, die inzwischen das Amt der „Altkanzlerin im Ruhestand, aber mit Meinung“ innehat, fand das alles etwas unausgewogen:
„Vielleicht hätte man auch jemanden aus Ostdeutschland einladen können“, meinte sie – und traf damit unabsichtlich das gesamte Motto des Tages: „Ostdeutschland, bitte warten.“
🕴️ Wo ist eigentlich der „Führer 2.0“?
Merz sprach viel von Verantwortung, Einheit und Aufbruch – aber wenig darüber, wer eigentlich vorangeht.
„Die Menschen müssen wieder Vertrauen in die Politik haben“, sagte er – woraufhin sich mehrere Anwesende nervös umsahen, ob vielleicht jemand anders gemeint war.
Deutschland sucht offenbar noch den Politiker, dem man wirklich vertraut. Der letzte Kandidat mit Begeisterungswert war der Typ, der das 9-Euro-Ticket erfunden hat.
⚖️ Wenn das Gesetz kommt, kommen die Kommentare
Merz versprach auch, mit neuer Technologie wirtschaftlich stark zu werden und Bürokratie abzubauen.
Erfahrene Verwaltungsbeamte reagierten gelassen:
„Wenn ein neues Gesetz kommt, folgen ohnehin direkt 100 Kommentare zur Auslegung – das schafft Arbeitsplätze!“
🏁 Fazit: Einheit 3.0 – coming soon
35 Jahre nach der ersten Wiedervereinigung wagt Deutschland also den Aufbruch zum neuen Aufbruch.
Ob das Land diesmal wirklich zusammenwächst oder nur die nächste Projektgruppe „Deutschland 2030+“ gegründet wird, bleibt offen.
Eines ist jedoch sicher:
Wenn Deutschland eines kann, dann sich immer wieder neu erfinden – und dabei exakt die gleichen Probleme behalten.
Oder wie es Merz in Saarbrücken formulierte:
„Wir stehen mitten in einer entscheidenden Phase.“
Ja. Und das schon seit 35 Jahren.
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