Tampons und Binden gelten seit Jahrzehnten als Standardprodukte während der Periode. Doch immer mehr Frauen entdecken wiederverwendbare Alternativen wie Menstruationstassen, Menstruationsscheiben und Periodenunterwäsche für sich. Neben Kostenvorteilen berichten viele Anwenderinnen auch von einer spürbaren Verbesserung ihrer Beschwerden.
Eine aktuelle Studie der Forschungsplattform People Science liefert dafür erste wissenschaftliche Hinweise. Von 256 Teilnehmerinnen gaben 78 Prozent an, dass sich typische Menstruationsbeschwerden wie Krämpfe, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Blähungen oder Heißhungerattacken nach dem Wechsel von Tampons auf Menstruationstassen oder Menstruationsscheiben verbessert hätten.
In sozialen Netzwerken wird dieses Thema bereits seit Jahren intensiv diskutiert. Allein die Facebook-Gruppe „Put A Cup In It Community“ zählt mehr als 85.000 Mitglieder. Dort tauschen Frauen Erfahrungen mit nachhaltigen Menstruationsprodukten aus und berichten häufig von mehr Komfort und weniger Beschwerden.
Menstruationstassen und Menstruationsscheiben bestehen meist aus medizinischem Silikon und sammeln das Menstruationsblut im Körper, anstatt es wie Tampons aufzusaugen. Dadurch sollen Reizungen und Trockenheit reduziert werden. Einige Expertinnen vermuten, dass dies möglicherweise zu einer angenehmeren Menstruation beitragen kann. Ein direkter wissenschaftlicher Nachweis steht jedoch noch aus.
Neben gesundheitlichen Aspekten spielt auch der finanzielle Faktor eine wichtige Rolle. Während Frauen im Laufe ihres Lebens mehrere Tausend Euro für Einwegprodukte wie Tampons und Binden ausgeben können, kostet eine Menstruationstasse meist zwischen 20 und 40 Euro und kann bei richtiger Pflege bis zu zehn Jahre verwendet werden.
Auch Umweltaspekte gewinnen an Bedeutung. Wiederverwendbare Produkte produzieren deutlich weniger Abfall als klassische Einwegartikel und werden deshalb besonders von jüngeren Frauen zunehmend bevorzugt.
Trotz dieser Vorteile nutzen die meisten Frauen weiterhin Tampons oder Binden. Experten führen dies unter anderem auf Gewohnheiten zurück. Viele Menschen verwenden die Produkte, die ihnen bereits bei ihrer ersten Menstruation empfohlen wurden – häufig durch Mütter, Schwestern oder andere Bezugspersonen.
Hersteller von Menstruationsprodukten beobachten jedoch einen Wandel. Vor allem bei jungen Frauen und Studentinnen spielen die langfristigen Kosten sowie das gestiegene Umweltbewusstsein eine immer größere Rolle.
Die Forscher betonen, dass weitere Studien notwendig sind, um den Zusammenhang zwischen wiederverwendbaren Menstruationsprodukten und einer möglichen Verringerung von Beschwerden genauer zu untersuchen. Die bisherigen Ergebnisse und die Erfahrungen vieler Anwenderinnen deuten jedoch darauf hin, dass Menstruationstassen und Menstruationsscheiben für viele Frauen eine interessante Alternative zu herkömmlichen Tampons darstellen könnten.
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