Manchester United hat für das zweite Halbjahr 2025 einen operativen Gewinn verbucht – doch gleichzeitig wächst der Schuldenberg des Traditionsklubs weiter an und nähert sich der Marke von 1,3 Milliarden Pfund.
Für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2025 weist der Verein einen operativen Gewinn von 32,6 Millionen Pfund aus. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte United noch einen Verlust von 3,9 Millionen Pfund hinnehmen müssen.
Schuldenlast weiter enorm
Trotz der positiven Entwicklung im operativen Geschäft bleibt die finanzielle Gesamtsituation angespannt. Der Klub nahm zusätzliche 25 Millionen Pfund aus seiner bestehenden Kreditlinie auf, die nun insgesamt 295,7 Millionen Pfund umfasst.
Rechnet man die Altverbindlichkeiten aus der Übernahme durch die Glazer-Familie sowie weitere Verbindlichkeiten von über 500 Millionen Pfund – größtenteils noch ausstehende Transferzahlungen – hinzu, belief sich die Gesamtverschuldung Ende 2025 auf rund 1,29 Milliarden Pfund.
Zwar sanken die Netto-Finanzkosten deutlich auf 13,9 Millionen Pfund (Vorjahr: 37,6 Millionen), doch die strukturelle Schuldenlast bleibt gewaltig.
Einnahmen und Einsparungen
Die Gesamteinnahmen lagen im Berichtszeitraum bei 190,3 Millionen Pfund. Die kommerziellen Erlöse gingen jedoch um acht Prozent auf 78,5 Millionen Pfund zurück. Gleichzeitig sanken die Personalkosten um neun Prozent auf 75,1 Millionen Pfund.
Seit Sir Jim Ratcliffe vor zwei Jahren einen Anteil von 29 Prozent am Klub übernommen hat, wurden umfangreiche Sparmaßnahmen umgesetzt. In zwei Entlassungswellen wurden insgesamt rund 450 Stellen gestrichen. Auch zahlreiche Mitarbeitervergünstigungen – darunter eine subventionierte Kantine – wurden abgeschafft.
Klubinterne Quellen betonen, dass durch diese Einschnitte mehr Mittel in datenbasierte Analyse- und Leistungsbereiche investiert werden konnten.
Champions League als Schlüssel
Unklar ist weiterhin, wie Manchester United den geplanten Neubau eines Stadions finanzieren will, dessen Kosten auf über zwei Milliarden Pfund geschätzt werden. Die Zahlen verdeutlichen jedoch, warum eine Rückkehr in die Champions League – nach zwei Jahren Abwesenheit – wirtschaftlich von großer Bedeutung wäre.
In einer Stellungnahme erklärte Geschäftsführer Omar Berrada, man sehe nun die positiven finanziellen Auswirkungen der „Transformation abseits des Spielfelds“. Die verbesserten Kennzahlen bei Kosten und Profitabilität belegten die wirtschaftliche Stärke des Vereins.
Zugleich betonte er, der Klub verfolge weiterhin einen „Football-first“-Ansatz – mit dem Ziel, sowohl bei den Männer- als auch bei den Frauenteams sportlich erfolgreich zu sein.
Nicht enthalten in den aktuellen Zahlen sind mögliche Abfindungskosten für den im Berichtszeitraum noch beschäftigten Trainer Ruben Amorim, dessen Entlassung erst nach dem Stichtag erfolgte.
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