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„Mama Mia, Mafia?!“ – Trentiner Richter schickt Rene Benko trotzdem vor Gericht

geralt (CC0), Pixabay
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In Italien ticken die Uhren nicht nur anders, sie ticken offenbar auch lauter, wenn’s um milliardenschwere Bauherren geht. Der Signa-Gründer und einstige Kaufhaus-König Rene Benko darf sich jetzt auf einen Gerichtstermin in bella Italia freuen – und zwar gegen seinen Willen. Denn ein Richter in Trient hatte heute keinen Bock auf „Verfahrenseinstellung“ und meinte sinngemäß:
„Nix da – wir klagen jetzt einfach mal auf Vorrat!“

Staatsanwalt wollte Schluss machen – Richter sagt: Noch lange nicht!

Eigentlich hatte die Staatsanwaltschaft Trient längst die Akten ins Regal stellen wollen. Die ganze Sache mit der angeblichen kriminellen Vereinigung und dem „Cosa-Benko“-Verdacht war ihrer Meinung nach mehr Oper als Organisiertes Verbrechen. Besonders das mit der „Mafia“ hatte sich wohl als heiße Luft herausgestellt – oder wie man in Italien sagt: „Molto fumo, poco arrosto“ (viel Rauch, wenig Braten).

Doch der Untersuchungsrichter zeigte sich resistent gegen diese Entspannung und entschied:

„Kriminelle Vereinigung? Vielleicht nicht mit Pferdeköpfen im Bett, aber so ganz ohne Pizza war das auch nicht.“

Anklage kommt – ob man will oder nicht

Und so wurde heute offiziell die Anklageerhebung per Zwangsanordnung beschlossen – ein Begriff, den man sonst eher aus Mafia-Filmen oder griechischen Tragödien kennt.

Vier kleinere Vorwürfe wurden zwar aussortiert – wahrscheinlich weil dem Gericht die Energie für Kleingeld-Delikte fehlte – aber der Rest? Der kommt jetzt mit voller Pasta-Wucht auf den Tisch. Innerhalb von zehn Tagen muss die Staatsanwaltschaft ein Anklagemenü zusammenstellen, und der Vorverhandlungsrichter entscheidet dann, ob daraus eine gerichtliche Pizza Quattro Colpe wird – mit extra viel Schuld.

Benko-Anwalt empört: „In Österreich gäb’s sowas nur im Theater“

Benko-Verteidiger Norbert Wess wirkte gegenüber der APA ähnlich überrascht wie ein Tourist, dem in Venedig ein Espresso 12 Euro kostet.

„Sowas ist in Österreich undenkbar!“ wetterte er – vermutlich während er mit einem Espresso in der Hand und Google Translate am Handy verzweifelt versuchte, italienisches Verfahrensrecht zu verstehen.

Auch der Hinweis, dass dieselbe Kammer, die jetzt die Anklage durchdrückt, vorher die Zwangsmaßnahmen abgesegnet hatte, stieß bei Wess auf wenig Dolce Vita:

„Das ergibt kein gutes Bild.“
Was vermutlich das juristische Pendant zu „Diese Pizza ist kalt und der Rand ist verbrannt“ bedeutet.

Fazit: Trient ist kein Tirol

In Österreich hätte man den Fall wohl längst mit einem Vergleich, einem launigen Talk bei Armin Wolf oder einem geheimen Abendessen im Altwiener Beisl gelöst. Aber in Italien heißt’s nun: Benko vs. Bella Justizia – das Duell mit viel Drama, Gestik und vielleicht sogar einem Live-Auftritt von Andrea Bocelli zur Urteilsverkündung.

Bleibt nur zu sagen:
Arrivederci, Rene. Und viel Glück vor Gericht. Du wirst es brauchen.

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