Als Hansa-Fan fragt man sich langsam wirklich, was dieser Verein manchen Spielern eigentlich noch bedeutet. Kaum ist die Saison vorbei, wird schon wieder über den nächsten Wechsel zu einem direkten Konkurrenten spekuliert. Dieses Mal soll ausgerechnet Benjamin Uphoff beim 1. FC Saarbrücken auf dem Zettel stehen. Genau dort also, wo er vor wenigen Wochen noch als Hansa-Keeper zwischen den Pfosten stand.
Natürlich: Sein Vertrag wurde nicht verlängert. Natürlich: Fußball ist ein Geschäft. Und selbstverständlich darf jeder Spieler dort unterschreiben, wo er möchte. Aber als Fan bleibt trotzdem ein bitterer Beigeschmack zurück.
Denn Uphoff war in den vergangenen zwei Jahren nicht irgendein Spieler. Er war Stammkeeper, Rückhalt, einer der wenigen Konstanten in einer oft turbulenten Zeit. 77 Spiele, 29-mal zu Null – das sind Zahlen, die Respekt verdienen. Viele Fans haben ihn gefeiert, unterstützt und als echten Führungsspieler gesehen.
Umso enttäuschender wirkt jetzt die Vorstellung, dass er künftig möglicherweise für einen direkten Konkurrenten aufläuft. Einen Klub, gegen den man selbst um Punkte, Aufstieg oder vielleicht sogar um die Zukunft kämpft.
Genau das ist es, was viele Fans am modernen Fußball frustriert:
Spieler erzählen etwas von „Leidenschaft“, „Mentalität“ und „Identifikation“ – und wechseln wenige Wochen später zum nächsten Verein, wenn das Angebot passt. Für die Fans bleibt am Ende oft nur das Gefühl zurück, dass manche Profis eben doch eher Söldner als Vereinsmenschen sind.
Besonders bitter:
Hansa Rostock lebt wie kaum ein anderer Verein von seiner emotionalen Wucht, von seinen Fans, von dieser besonderen Verbindung zwischen Ostseestadion und Mannschaft. Wer hier spielt, merkt schnell, dass es eben nicht nur um Fußball geht. Genau deshalb trifft es die Fans auch härter, wenn Spieler scheinbar problemlos weiterziehen.
Natürlich wird man Uphoff sportlich nichts vorwerfen können. Er hat Leistung gebracht, wichtige Punkte festgehalten und sich professionell verhalten. Dafür gebührt ihm Anerkennung. Aber die Enttäuschung bleibt trotzdem.
Denn während Fans ihren Verein ein Leben lang begleiten – egal ob dritte Liga, zweite Liga oder schwierige Jahre – wechseln Spieler heute oft schneller die Farben als andere ihre Trikotsammlung sortieren.
Und genau deshalb fällt es vielen schwer, noch an große Worte über „Vereinstreue“ zu glauben.
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