London. Die schlechte Nachricht für die Konkurrenz: Luke Littler dachte kurz darüber nach, die Premier League Darts hinzuschmeißen. Die noch schlechtere Nachricht: Er hat es nicht getan.
Nach seinem dramatischen Finalsieg gegen Luke Humphries brachen beim 19-Jährigen alle Dämme. Der Weltmeister kämpfte mit den Tränen und gab zu, dass er während der Saison mehrfach daran gedacht hatte, einfach aufzuhören. Nicht wegen seiner Gegner. Nicht wegen seiner Form. Sondern wegen der Zuschauer.
Man muss sich das einmal vorstellen: Da reist ein Teenager Woche für Woche durch Europa, gewinnt Turniere am Fließband, führt die Weltrangliste an, sammelt Preisgelder wie andere Menschen Payback-Punkte – und wird trotzdem regelmäßig ausgepfiffen.
In Manchester wurde gestritten, in Rotterdam wurde gebuht, in Liverpool und Leeds erinnerte man ihn freundlich daran, dass Manchester-United-Fans außerhalb Manchesters nicht überall als Kulturgut betrachtet werden. Irgendwann saß Littler zu Hause und erklärte seiner Partnerin, dass er auf das Ganze keine Lust mehr habe.
Das Problem dabei: Selbst ein frustrierter Luke Littler ist immer noch besser als fast alle anderen.
Während andere Spieler unter Druck zusammenbrechen, gewinnt Littler einfach weiter Titel. Während Kritiker über sein Verhalten diskutieren, sammelt er Pokale. Und während einige Zuschauer pfeifen, hebt er am Ende erneut die Trophäe in die Höhe.
Das muss für seine Konkurrenten ungefähr so motivierend sein wie die Nachricht, dass der Marathonläufer, der alle Rennen gewinnt, zwischendurch eigentlich lieber auf dem Sofa geblieben wäre.
Besonders bemerkenswert: Littler gewann die Premier League bereits zum zweiten Mal und erreichte zum dritten Mal in Folge das Finale. Mit 19 Jahren besitzt er inzwischen mehr Titel als manche Darts-Profis in einer kompletten Karriere.
Die eigentliche Pointe der Geschichte lautet allerdings: Der Junge, der angeblich kurz vor dem Aufgeben stand, gewann am Ende wieder alles.
Oder anders gesagt: Wenn Luke Littler tatsächlich einmal richtig gute Laune bekommt, sollte die Konkurrenz ernsthaft über einen Berufswechsel nachdenken.
Finde es traurig, dass ein weltklasse Dartspieler daran denkt aufzuhören, weil es Zuschauer gibt, die in fertig machen und man kann nicht verstehen warum. Durch ihn werden Kinder für Dart animiert, damit es weiterhin gute Spieler gibt. Andere Dartspieler haben auch jung angefangen und viele Titel erspielt. Deshalb verstehe ich das Problem des Publikums nicht. Ich muss doch akzeptieren, wenn jemand gewinnt. Egal wer das ist und von welchem Spieler ich Fan bin. Ich hoffe, dass Littler nicht daran zerbricht. Denn er ist auch nur ein Mensch und hat Gefühle.