Startseite Allgemeines Leipzig: Abrechnungsbetrug und Behandlungsfehler? Durchsuchungen bei Ärzten
Allgemeines

Leipzig: Abrechnungsbetrug und Behandlungsfehler? Durchsuchungen bei Ärzten

IO-Images (CC0), Pixabay
Teilen

Die Staatsanwaltschaft Leipzig und die Polizeidirektion Leipzig durchsuchen heute am 11. Oktober 2022 in Leipzig und weiteren Städten rund 30 Objekte. Betroffen sind Praxisräume verschiedener Medizinischer Versorgungszentren, Arztpraxen, Geschäftsräume und Wohnungen. Die Durchsuchungen dauern an.

Ungefähr 300 Beamte sind vor Ort im Einsatz. Fachkräfte des Landeskriminalamtes, auswärtiger Polizeidienststellen, der Landesdirektion Sachsen, der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) und IT-Sachverständige unterstützen die Beamten bei der Durchsuchung. Umfangreiches Beweismaterial (u.a. Geschäftsunterlagen, Handys und Computer) konnte bereits sichergestellt werden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen zehn Ärzte und zwei kaufmännische Führungskräfte wegen unterschiedlicher Straftaten.

Gegen sechs der Beschuldigten besteht der Verdacht des Betruges. Sie sollen teilweise einzeln, teilweise gemeinschaftlich handelnd im Zeitraum von 2017 bis 2021 systematisch ärztliche Behandlungen unter Verstoß gegen den Grundsatz der peinlich genauen Leistungsabrechnung wissentlich und willentlich falsch gegenüber der KVS abgerechnet haben. Die Höhe des entstandenen Schadens ist derzeit noch nicht bezifferbar.

Sechs der Beschuldigten sollen sich wegen Körperverletzung strafbar gemacht haben, indem sie Operationen fehlerhaft ausgeführt haben sollen. Zudem besteht gegen einige dieser Beschuldigten der Verdacht, dass sie aus rein wirtschaftlichen Interessen an verschiedenen Patienten chirurgische Eingriffe vorgenommen haben, die aus medizinischer Sicht nicht notwendig gewesen sind.

Auch Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz und Heilmittelwerbegesetz sind Gegenstand der Ermittlungen; hiervon betroffen sind drei Beschuldigte.

Die Ermittlungen müssen nun klären, ob sich der Tatverdacht gegen die Beschuldigten bestätigt. Die Sichtung der umfangreichen Beweismittel wird Monate in Anspruch nehmen.

Ihr Ansprechpartner für diese Pressemitteilung ist Christine Schumann, Durchwahl +49 341 21 36 179, christine.schumann@stal.justiz.sachsen.de.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Serena Williams kehrt zurück – offenbar war ihr zu Hause langweilig

Nach 1.375 Tagen ohne Profitennis hat Serena Williams bei ihrem Comeback im...

Allgemeines

BaFin greift bei Instinet Germany GmbH durch – Was bedeuten die festgestellten Mängel für den Finanzmarkt?

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat gegenüber der Instinet Germany GmbH mit...

Allgemeines

Messi meldet sich zurück – und rettet die Welt fast im Alleingang

Argentinien hat im letzten Test vor der WM 2026 eindrucksvoll bewiesen: Man...

Allgemeines

Attest aus dem Überraschungsei: Wenn sogar die Krankmeldung krank ist

Es gibt Prozesse, die schreiben Geschichte. Und dann gibt es Prozesse, bei...