Leipzig wollte sich einmal mehr als weltoffene Gastgeberstadt präsentieren. Tausende Fans aus England und Spanien wurden freundlich empfangen, die Innenstadt vorbereitet, zusätzliche Bierstände aufgebaut und ein großes Sicherheitskonzept organisiert. Doch schon am Abend vor dem Conference-League-Finale folgte die bittere Realität: Gewalt, Verwüstungen und Hooligan-Krawalle mitten in der Leipziger Innenstadt.
Was viele Bürger dabei besonders wütend macht: Diese Ausschreitungen kommen nicht überraschend. Gerade im internationalen Fußball sind zahlreiche Problemfans und gewaltbereite Gruppen seit Jahren bekannt. Genau deshalb stellt sich jetzt die Frage, warum solche Personen überhaupt ungehindert nach Leipzig reisen konnten.
Wenn deutsche Behörden eng mit der englischen Polizei und internationalen Sicherheitsdiensten zusammenarbeiten, dann müsste man doch erwarten dürfen, dass bekannte Hooligans frühzeitig identifiziert und gestoppt werden. Stattdessen stehen am Ende wieder deutsche Polizeikräfte mitten in der Innenstadt und müssen eskalierende Fanlager trennen, während Restaurants, Kneipen und unbeteiligte Bürger die Folgen tragen.
Besonders erschreckend ist, wie schnell die Situation offenbar eskalierte. Laut Augenzeugen reichten bereits Fangesänge aus, damit eine Gruppe von rund 50 gewaltbereiten Anhängern von Rayo Vallecano Jagd auf Crystal-Palace-Fans machte. Es flogen Stühle, es kam zu Sachbeschädigungen und die Polizei musste mit einem Großaufgebot eingreifen.
Und genau hier liegt das eigentliche Problem: Fußballfeste werden immer häufiger von kleinen Gruppen gewaltbereiter Chaoten missbraucht, die längst europaweit bekannt sind. Die friedlichen Fans leiden darunter genauso wie die Gastgeberstädte.
Leipzig investiert enorme Summen in Sicherheit, Organisation und Infrastruktur. Kneipen stocken ihr Personal auf, öffentliche Plätze werden vorbereitet, die Polizei fährt Sonderschichten – und am Ende müssen Bürger trotzdem Angst haben, mitten in der Innenstadt in Ausschreitungen zu geraten.
Natürlich feiern die meisten Fans friedlich. Genau das zeigte sich tagsüber auch in Leipzig. Doch genau deshalb wirkt es umso unverständlicher, warum bekannte Risikofans offenbar weiterhin problemlos anreisen können.
Die Gefahr dabei ist nicht nur die Gewalt selbst. Solche Bilder beschädigen langfristig den Ruf internationaler Fußballturniere und auch den Ruf der Gastgeberstädte. Viele Leipziger fragen sich inzwischen völlig zurecht, warum am Ende immer die normalen Bürger die Konsequenzen tragen müssen, während bekannte Hooligans erneut ungehindert Chaos verursachen dürfen.
Wenn internationale Sicherheitskonzepte solche Vorfälle nicht verhindern können, dann muss dringend hinterfragt werden, wie effektiv diese Zusammenarbeit tatsächlich noch ist.
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