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Lecornu will „freie Regierung“ – Bewerbung ohne Parteien, aber mit Drama

EdiNugraha (CC0), Pixabay
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Gerade erst zurückgetreten, schon wieder im Amt – Premierminister auf Durchreise? Sebastien Lecornu, Frankreichs frisch entlassener und gleichzeitig erneut eingesetzter Regierungschef, plant eine spektakuläre Neuauflage seines Kabinetts – diesmal ohne Parteien, aber dafür mit „freier Wildbahn“-Atmosphäre.

„Ich will eine freie Regierung, frei von Parteizwängen, frei von Logik und möglicherweise auch frei von funktionierenden Mehrheiten“, erklärte Lecornu mit einem Gesichtsausdruck zwischen Stoizismus und innerer Panik.

Präsident Macron, der mittlerweile Regierungspersonal wie USB-Sticks austauscht, hatte Lecornu überraschend wieder ins Rennen geschickt – vermutlich, weil im Élysée-Kalender gerade kein anderer Name auf dem Zettel stand.

Von der Polit-Krise zur Polit-Komödie

Zur Erinnerung: Lecornu war am Montag zurückgetreten, am Freitag wieder ernannt worden und will bis Montag ein neues Kabinett basteln. Das erinnert weniger an eine Regierung, mehr an einen Improvisations-Workshop.

„Ich hatte eigentlich meine Mission für beendet erklärt, aber dann fiel mir ein, dass wir ja noch kein Budget haben – ups!“, sagte der Premier mit dem Charme eines überarbeiteten Schulsprechers am Elternabend

Kabinett gesucht: Keine Parteien, keine Forderungen, keine Chance?

Die Idee einer parteifreien Regierung klingt toll – außer für die Parteien, die eigentlich das Parlament stellen. Sozialisten fordern sofort die Rückabwicklung der unbeliebten Pensionsreform, Republikaner erklären „Vertrauen ist aus, wir rufen später zurück“ – und am Horizont winkt bereits das Misstrauensvotum.

LFI und Rassemblement National reiben sich derweil die Hände. Ob aus Begeisterung oder weil sie in der Nationalversammlung die Heizung runtergedreht haben, bleibt unklar.

Frankreich – zwischen Schulden, Spaltung und Sarkasmus

Während Lecornu verzweifelt nach Koalitionspartnern sucht, jongliert Macron mit Defiziten, EU-Verfahren und Rücktrittsforderungen. Frankreich hat derzeit 3,4 Billionen Euro Schulden – das ist mehr als ein durchschnittlicher Streamingdienstvertrag bei zu vielen gleichzeitigen Nutzern.

Die EU mahnt ein Sparbudget an – doch wie will man sparen, wenn man sich nicht einmal auf einen gemeinsamen Rechenschieber einigen kann?

Lecornu: Mann mit Plan (hoffentlich)

Am Montag muss Lecornu bereits das Budget vorstellen – mit einem Kabinett, das vielleicht aus alten Bekannten, neuen Überraschungen und einer Prise Verzweiflung besteht. Wer weiß, vielleicht sehen wir bald ein Ministerium für Improvisation, geführt von einem Impro-Comedian und unterstützt durch die „Taskforce Hoffnung“.

Fazit:
Frankreich bleibt politisch so stabil wie ein Crêpe auf einem Handventilator. Aber Lecornu gibt nicht auf – vielleicht, weil niemand sonst den Job will. Oder weil die französische Politik inzwischen zur besten Prime-Time-Serie Europas geworden ist. Mit dem Unterschied: Hier wird nicht abgesetzt – hier wird ständig neu besetzt.

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