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Lange Haare beim Bundesheer in Österreich

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Also endlich. Europas Sicherheitsarchitektur kann aufatmen: Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat das wohl drängendste Problem der Landesverteidigung gelöst. Nicht Russland. Nicht Terror. Nicht Materialmangel. Nicht Personalnot. Sondern: der Männerzopf beim Bundesheer.

Ja, wirklich.

Jahrelang galt in Österreich beim Heer offenbar die eiserne Regel: Soldatinnen dürfen lange Haare tragen, geschniegelt, gezopft, geschniegelt und geschniegelt – aber wehe, ein Mann wagt es, denselben Pferdeschwanz zu tragen. Dann drohten Strafen. Im konkreten Fall mehrere tausend Euro. Offenbar stand die Wehrhaftigkeit der Alpenrepublik auf Messers Schneide, weil ein Offizier hinten ein paar Haare zu viel hatte.

Und das Verteidigungsministerium? Das lieferte natürlich genau jene Begründungen, die man von einer satten Bürokratie erwartet, die seit Jahrzehnten mehr Erlässe als Feldübungen produziert:
„Einheitliches Erscheinungsbild“, „Disziplin“, „militärfachliche Gründe“, „Nahkampf“, „Ansehen bei internationalen Partnern“.

Man muss sich das bildlich vorstellen:
NATO-Generalstäbe in ernster Lagebesprechung.
„Wie steht es um die Ostflanke?“
„Schlecht, Sir. Ein österreichischer Offizier trägt einen Zopf.“
„Mein Gott. Alarmstufe Rot.“

Besonders köstlich wird es bei der Logik: Frauen durften die langen Haare behalten, weil man potenzielle Rekrutinnen nicht abschrecken wollte. Aha. Also kurz gesagt:
Männer kann man schikanieren, Frauen bitte nicht, sonst leidet das Image.

Das ist diese moderne Gleichstellung, wie sie nur aus Ministerien kommen kann:
Wenn man Männer benachteiligt, nennt man es Disziplin.
Wenn man Frauen dieselbe Regel zumutet, wäre es plötzlich problematisch.

Und jetzt mal ehrlich: Ob da auch mal ein deutscher Soldat klagt?
Wobei – in Deutschland wäre das Ganze natürlich noch ein paar Eskalationsstufen absurder.

Dort würde man nicht einfach klagen.
Dort würde erst einmal das Verteidigungsministerium eine „Handreichung zur haarsensiblen Einsatzbereitschaft in geschlechtergerechten Uniformstrukturen“ veröffentlichen. Danach gäbe es:

  • eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Helmkompatible Haarvielfalt“
  • einen Diversity-Beauftragten für Frisuren im Gefechtsdienst
  • drei Gutachten zur Frage, ob ein Dutt den NATO-Zwei-Prozent-Zielen widerspricht
  • und am Ende einen Erlass, wonach Haare zwar frei tragbar sind, aber nur im Rahmen eines „wehrästhetisch verantwortbaren Gesamteindrucks“.

Inklusive Farbkatalog, selbstverständlich.
Naturtöne ja, Freiheit nein.

Und während draußen die Welt brennt, Drohnen fliegen, Munition fehlt und ganze Armeen über echte Einsatzfähigkeit reden, beschäftigt sich Mitteleuropa weiter mit dem ganz großen zivilisatorischen Endgegner:
der männlichen Haarlänge.

Man muss das wirklich würdigen.
Da sitzt ein Höchstgericht und muss einer Armee erklären, dass ein Mann mit Zopf keine verfassungsrechtlich legitime Bedrohung für die Republik darstellt.
Das ist nicht nur ein Urteil.
Das ist ein Denkmal für den Zustand westlicher Verwaltung.

Die eigentliche Pointe ist ja: Nicht der Offizier mit Zopf hat das Heer lächerlich gemacht.
Das Heer hat sich selbst lächerlich gemacht, indem es ernsthaft so tat, als sei ein Haarband am Hinterkopf ein Angriff auf Ordnung, Disziplin und Kampfkraft.

Und wahrscheinlich ist genau das das Problem unserer Zeit:
Es fehlt nicht an Regeln.
Es fehlt an Verhältnismäßigkeit.
Nicht an Vorschriften.
Sondern an Vernunft.

Fazit:
Österreich hat nun offiziell festgestellt, dass auch Männer Haare besitzen dürfen, ohne dass der Staat kollabiert.
Ein kleiner Schritt für den Offizier.
Ein großer Schritt für den mitteleuropäischen Amtswahnsinn.

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