Windsor als Bühne der großen Gesten: Donald Trump und Melania landen per Hubschrauber, werden von William und Catherine eingesammelt, und dann geht’s – natürlich – zur Kutschfahrt mit König Charles III. und Königin Camilla. Nichts sagt „moderne Diplomatie“ so überzeugend wie ein rollendes Museumsexponat.
Bankett mit Botschaft: Beim abendlichen Staatsbankett verteilt Charles die Samthandschuhe: Er würdigt Trumps „persönliches Engagement“ für den Frieden und lobt gemeinsame diplomatische Bemühungen. „Nicht zuletzt“ sei es Trumps Einsatz, der Lösungen für „einige der unlösbarsten Konflikte“ suche.
Trump nickt derweil andächtig – bemerkenswert für jemanden, der erst kürzlich Zweifel an weiterer Ukraine-Unterstützung säte. Aber gut, Nicken ist bekanntlich die härteste Währung der Außenpolitik.
Historischer Ernst inklusive: Charles erinnert an die „Kräfte der Tyrannei“ in zwei Weltkriegen und versichert, mit den Verbündeten „vereint“ hinter der Ukraine zu stehen. Subtext: Die Pose ist royal, die Lage ist real.
Morgen: Von Samt zu Vertragspapier: Heute trifft Trump Premier Keir Starmer auf Chequers. Geplant ist ein milliardenschweres Abkommen zu Technologie und Atomkraft. Oder, wie man 2025 „Frieden“ buchstabiert: Lieferketten, Patente, Netzwerke.
Draußen weniger höflich: In London ziehen währenddessen Hunderte – organisiert von der Stop Trump Coalition – mit „Nein zu Rassismus. Nein zu Trump“-Schildern Richtung Parlament. 1.600 Polizist:innen begleiten. Drinnen klirrt Silber, draußen Trillerpfeifen.
Fazit: Royale Rhetorik, präsidiales Nicken, Verträge in Vorbereitung – und ein Land, das gleichzeitig hofiert, verhandelt und protestiert. Großbritannien kann eben Multitasking.
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