Rund 900 Menschen haben am Samstag in Hannover lautstark, aber friedlich ein klares Zeichen gesetzt: Gegen einen sogenannten „Kinderschutz-Kongress“ der AfD formierte sich breiter zivilgesellschaftlicher Protest. Unter dem Motto „Kinder wirklich schützen!“ versammelten sich Bürgerinnen und Bürger vor dem niedersächsischen Landtag, um der Instrumentalisierung von Kinderrechten durch rechtspopulistische Rhetorik die rote Karte zu zeigen.
Zu dem Protest hatten unter anderem das Bündnis „Bunt statt Braun“, verschiedene Jugend- und Familienorganisationen sowie Einzelpersonen aufgerufen. Ihre zentrale Botschaft: Kinderschutz darf kein Vorwand für Ausgrenzung, Ideologie oder rechte Kulturkämpfe sein.
Auch Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) fand deutliche Worte. Er warf der AfD vor, Kinderrechte zu missbrauchen, um Stimmung gegen gesellschaftliche Vielfalt zu machen. „Die Kinderrechte gelten für alle – egal welcher Herkunft,“ betonte Onay. Es sei zynisch, unter dem Deckmantel des Kinderschutzes eine Politik der Spaltung zu betreiben.
Die AfD versucht seit geraumer Zeit, unter dem Label „Kinderschutz“ restriktive Vorstellungen von Erziehung, Sexualität und Migration durchzusetzen – Kritiker sprechen von einem Rückfall in vordemokratische Vorstellungen von Familie und Gesellschaft.
Der Protest in Hannover zeigt, dass viele Bürgerinnen und Bürger wachsam bleiben – und nicht bereit sind, die Debatte um den Schutz von Kindern denjenigen zu überlassen, die damit politische Ausgrenzung betreiben wollen.
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