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Kimmel wieder auf Sendung – Disney beugt sich dem Druck der Quote

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Totgesagte leben länger – und Late-Night-Moderatoren offenbar auch. Jimmy Kimmel darf nach seiner Zwangspause wieder ins Studio, als wäre nichts gewesen. Die Walt Disney Company verkündete am Montag feierlich, die Show gehe am Dienstag weiter – nach „eingehenden Gesprächen“. Übersetzt heißt das: Man hat Kimmel klargemacht, dass die rote Linie künftig etwas früher erreicht ist.

Zur Erinnerung: Seine Sendung war vergangene Woche nach Kommentaren zum Attentat auf Charlie Kirk von ABC, einer Disney-Tochter, auf Eis gelegt worden. Kimmel hatte es gewagt, das Offensichtliche auszusprechen – dass das Trump-Lager den Mord politisch ausschlachtet. Prompt drohte die von Trump kontrollierte Medienaufsicht FCC mit Lizenzentzug. Disney knickte ein und verbannte Kimmel kurzerhand von der Mattscheibe.

Nun also die Rückkehr. Offiziell, um „eine angespannte Situation nicht weiter anzuheizen“. Inoffiziell, weil die Proteste, die Solidarität aus Hollywood und der drohende Quotenverlust schlicht zu groß waren. Tom Hanks, Meryl Streep, Robert De Niro – halb Hollywood unterschrieb Briefe, die Disney deutlich machten: Ihr könnt euren Streaming-Kram behalten, wenn ihr Kimmel opfert.

Trump hatte das Aussetzen der Show noch als „großartige Nachricht“ gefeiert. Kritische Stimmen im Fernsehen sind ihm seit seinem Wiedereinzug ins Weiße Haus ein Dorn im Auge. Am liebsten würde er offenbar jede Kamera in den USA direkt ins Oval Office schalten. Kein Wunder, dass er anderen Moderatoren gleich mit Absetzung drohte.

Dass Kimmel nun zurückkehrt, wird in sozialen Netzwerken als „Sieg für die Meinungsfreiheit“ gefeiert. Doch die eigentliche Botschaft ist ernüchternd: Wer heute in Amerika einen mächtigen Mann kritisiert, riskiert seine Bühne. Dass Disney die Show zurückholt, ist kein Akt der Prinzipien, sondern ein Akt der Schadensbegrenzung.

Man könnte fast sagen: Willkommen in der neuen „Great America Show“ – Hauptsponsor Donald J. Trump, Gastmoderatoren auf Abruf, Meinungsfreiheit nur solange, bis der Präsident den Stecker zieht.

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