Auf seiner ersten Auslandsreise als Kanadas neuer Premierminister hat Mark Carney klare Worte gefunden: Sein Land sei zu abhängig von den USA – sowohl wirtschaftlich als auch sicherheitspolitisch.
„Wir müssen uns breiter aufstellen“, erklärte Carney nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer in London. Zuvor hatte er bereits den französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris besucht und dort für eine engere Zusammenarbeit mit Europa geworben.
Carney betonte, dass die Stärkung der Beziehungen zu Frankreich und Großbritannien wichtiger denn je sei, um den Herausforderungen einer „immer weniger stabilen und gefährlicheren Welt“ zu begegnen.
Besonders brisant: Üblicherweise führt die erste Auslandsreise eines kanadischen Premierministers in die USA. Carneys Entscheidung für Europa wird als deutlicher Hinweis auf die zunehmenden Spannungen zwischen Ottawa und Washington gewertet.
Die Beziehungen zwischen Kanada und den USA sind derzeit stark belastet. Donald Trumps aggressive Zollpolitik trifft Kanadas Wirtschaft empfindlich, und wiederholt sorgte der US-Präsident mit der provokanten Aussage für Aufsehen, Kanada könne doch einfach „der 51. Bundesstaat der USA“ werden.
Trotz aller Differenzen betonte Carney, dass Kanada und Europa weiterhin an guten Beziehungen zu den USA interessiert seien. Doch die Richtung seiner ersten Reise lässt keinen Zweifel: Kanada sucht nach neuen Partnern – und will sich aus dem übermächtigen Schatten seines südlichen Nachbarn befreien.
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