US-Vizepräsident JD Vance, konservativer Vorzeige-Amerikaner und Hoffnungsträger der Republikaner für 2028, hat mal wieder gezeigt, wie man das „Vereinigte“ in den Vereinigten Staaten buchstabiert – nämlich ganz christlich und bitte nach katholischer Rechtschreibung.
Bei einem Event der Nachwuchs-Radikalen von Turning Point USA plauderte Vance freiherzig über seine Ehefrau, Usha Vance – Kind indischer Einwanderer, praktizierende Hinduin, moderne Frau – und offenbar noch nicht erleuchtet genug für seinen Geschmack. Vance erklärte, er hoffe, dass seine Gattin eines Tages das Licht des christlichen Evangeliums sehe. Ganz friedlich natürlich. Und wenn nicht? „Dann hat sie eben freien Willen“, sagt er – großmütig wie ein Kaiser, der Gnade vor Konversion walten lässt.
Usha Vance selbst, die sich in einem Podcast bereits klar gegen eine Konversion aussprach, scheint den familiären Religionsfrieden pragmatisch zu managen: Die Kinder gehen zur christlichen Schule, lesen aber auch hinduistische Bücher – Vielfalt, die Vance offenbar duldet, solange der Weg ins Himmelreich wenigstens durch die Vordertür der Sonntagsschule führt.
Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Viele sahen in Vances Wunsch eine respektlose Missions-Attacke auf die religiöse Identität seiner Frau – ausgerechnet auf offener Bühne, zwischen Bibelzitaten und Applaus von Fox-News-Fans. Vance reagierte prompt: Usha sei die größte „Segnung“ seines Lebens, man rede eben über alles in der Ehe – Glaube, Familie, Steuervergünstigungen.
Spannenderweise nutzt Vance seinen neu entdeckten Katholizismus nicht nur zur Eheberatung, sondern auch zur Grenzpolitik. Frei nach dem Prinzip „Liebe deinen Nächsten, aber bitte zuerst deinen amerikanischen“, rechtfertigte er mit dem theologischen Konzept Ordo Amoris die Trump’sche Abschottungspolitik. Der Papst? War wenig amused. Sogar der zukünftige Leo XIV twitterte sinngemäß: Jesus sortiert keine Menschen nach Nationalität.
Fazit: JD Vance zeigt, dass man in Amerika alles sein kann – Politiker, Katholik, Missionar im eigenen Wohnzimmer und Grenzwächter mit Gottes Segen. Seine Frau bleibt derweil ruhig, offen und religionspluralistisch – vielleicht ist sie damit die eigentliche Christin in der Beziehung.
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