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Interview: „Finger weg von Angeboten ohne BaFin-Erlaubnis“

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Frage: Frau Rechtsanwältin Bontschev, die BaFin warnt aktuell vor Angeboten der Plattform „ZinsCompass“. Worum geht es dabei genau?

Antwort:
Hier geht es um ein klassisches Problem des sogenannten grauen Kapitalmarkts. Die Betreiber bieten Tages- und Festgeldanlagen an, verfügen aber offenbar nicht über die dafür erforderliche Erlaubnis der BaFin. Besonders brisant ist zudem der Identitätsmissbrauch – es wird der Eindruck erweckt, ein seriöses Unternehmen aus Berlin stehe hinter dem Angebot, was tatsächlich nicht der Fall ist.

Frage: Wer darf solche Finanzprodukte denn überhaupt anbieten?

Antwort:
In Deutschland ist das klar geregelt: Wer Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen wie Tages- oder Festgeldanlagen anbietet, benötigt zwingend eine Erlaubnis der BaFin nach dem Kreditwesengesetz.

Diese Erlaubnis ist kein „Formularakt“, sondern an strenge Voraussetzungen geknüpft:

  • ausreichendes Eigenkapital

  • zuverlässige Geschäftsleitung

  • funktionierende Kontrollmechanismen

👉 Das dient dem Schutz der Anleger.

Frage: Warum sind diese Vorgaben so wichtig?

Antwort:
Weil es hier um das Geld der Verbraucher geht. Wer sein Geld anlegt, muss sich darauf verlassen können, dass:

  • das Unternehmen kontrolliert wird

  • bestimmte Sicherheitsstandards eingehalten werden

  • im Ernstfall zumindest ein Mindestmaß an Aufsicht und Eingriffsmöglichkeiten besteht

Ohne BaFin-Erlaubnis fehlt genau diese Kontrolle. Dann bewegen sich Anleger praktisch im rechtsfreien Raum.

Frage: Was bedeutet das konkret für Verbraucher, die in solche Angebote investieren?

Antwort:
Das Risiko ist enorm. Im schlimmsten Fall ist das eingezahlte Geld schlicht weg.

Anders als bei regulierten Banken gibt es:

  • keine Einlagensicherung

  • keine wirksame Aufsicht

  • oft auch keinen greifbaren Ansprechpartner

Und gerade bei Identitätsmissbrauch wird es besonders gefährlich, weil Verbraucher glauben, es mit einem seriösen Anbieter zu tun zu haben.

Frage: Woran können Verbraucher solche unseriösen Angebote erkennen?

Antwort:
Es gibt einige typische Warnsignale:

  • Keine BaFin-Erlaubnis oder unklare Angaben dazu

  • Impressum wirkt widersprüchlich oder nutzt fremde Firmendaten

  • ungewöhnlich hohe Zinsen im Vergleich zum Markt

  • Druck zur schnellen Entscheidung

  • Kommunikation läuft nur digital, oft ohne erreichbare Ansprechpartner

👉 Ein ganz einfacher, aber wichtiger Schritt ist:
Immer die BaFin-Unternehmensdatenbank prüfen.

Frage: Was raten Sie konkret Betroffenen oder Interessenten?

Antwort:
Mein klarer Rat:
Im Zweifel nicht investieren.

Wer unsicher ist, sollte:

  • die BaFin-Datenbank prüfen

  • das Angebot kritisch hinterfragen

  • im Zweifel rechtlichen Rat einholen

Und ganz wichtig:
Wenn bereits Geld geflossen ist, sollte man so schnell wie möglich handeln, um mögliche Ansprüche zu sichern.

Frage: Ihr Fazit?

Antwort:
Solche Fälle zeigen immer wieder:
Hohe Zinsen klingen verlockend, aber ohne Regulierung fehlt die Sicherheit.

👉 Oder einfach gesagt:
Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es meistens auch.

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