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„Holt euch euer eigenes Öl!“ – Trump verwechselt Nato mit Mad-Max-Tankstelle

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Es gibt Sätze, die gehen in die Geschichte ein.
„Ich bin ein Berliner.“
„Mr. Gorbachev, tear down this wall.“
Und jetzt:

„Go get your own oil!“

Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Oberbefehlshaber, Golfplatzbetreiber und inoffizieller Filialleiter der Apokalypse, hat der Welt mal wieder gezeigt, wie moderne Diplomatie funktioniert:
Wer keinen Sprit mehr hat, soll gefälligst selber rauben gehen.

Die neue Nato-Formel: Artikel 5? Nee, Artikel „Mach mal selbst“

Weil die Straße von Hormus weiterhin ungefähr so offen ist wie ein Berliner Bürgeramt ohne Termin, haben diverse Länder ein klitzekleines Problem mit ihrer Energieversorgung. Normalerweise würde man in solchen Momenten vielleicht:

  • verhandeln,
  • deeskalieren,
  • internationale Partner koordinieren,
  • oder wenigstens für fünf Minuten nicht alles schlimmer machen.

Donald Trump hingegen dachte sich:
„Warum nicht die Briten losschicken, damit sie sich ihr Kerosin mit bloßen Händen aus dem Persischen Golf schaufeln?“

In einem Truth-Social-Post, der klang wie die WhatsApp-Nachricht eines betrunkenen Schwagers auf Familienfeiern, erklärte Trump sinngemäß:

  • Großbritannien solle endlich „verspäteten Mut“ aufbauen
  • in die Straße von Hormus fahren
  • und sich das Öl einfach nehmen

So einfach ist Weltpolitik, wenn man sie auf dem intellektuellen Niveau eines schlecht gelaunten Tankwarts betreibt.

Trump zu den Verbündeten: „Lernt kämpfen!“

Auch bekannt als: „Viel Spaß mit meinem Chaos“

Besonders elegant war der Zusatz, die USA würden ihren Verbündeten künftig nicht mehr helfen.

„Ihr müsst lernen, selbst für euch zu kämpfen.“

Das ist ungefähr so, als würde ein Mann im Restaurant den Tisch anzünden und dann sagen:

„Also Freunde, irgendwann müsst ihr wirklich lernen, eigenständig mit Feuer umzugehen.“

Kleiner Schönheitsfehler der neuen Großstrategie:
Mehrere ausländische Beobachter weisen darauf hin, dass die Straße von Hormus vor den US-israelischen Angriffen auf Iran noch ziemlich gut benutzbar war.

Anders formuliert:

Trump hat erst die Autobahn gesprengt und erklärt jetzt, Europa solle gefälligst besser fahren lernen.

Pete Hegseth: Pentagon-Poet im Endstadium

Wer dachte, es könne nicht dümmer werden, wurde von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth eines Schlechteren belehrt.

Der Mann trat im Pentagon auf wie ein Motivationscoach für Brandstifter und erklärte:

  • Die kommenden Tage würden „entscheidend“
  • Es würden „viel mehr Schiffe“ durch die Straße von Hormus fahren
  • Die Welt solle sich darauf einstellen, „selbst aufzustehen“
  • Und überhaupt: Wo sei eigentlich die „big bad Royal Navy“ geblieben?

Ja, wirklich.

„The last time I checked there used to be a big bad Royal Navy.“

Das ist ungefähr, als würde man Italien im Jahr 2026 fragen, warum es nicht mal eben wieder das Römische Reich aktiviert.

BBC Verify schaut nach – und findet: drei Schiffe und eine gute Portion Fantasie

Der kleine Haken an Hegseths großer Schiffsparade:
BBC Verify hat tatsächlich nachgesehen.

Ergebnis:

  • Heute bislang: 3 Schiffe
  • Davon: 2 Frachter
  • und 1 Tanker, der ausgerechnet unter US-Sanktionen steht

Vor dem Krieg waren es etwa 140 Schiffe pro Tag.

Mit anderen Worten:

Hegseths „deutlich mehr Verkehr“ entspricht ungefähr dem Moment, wenn in Castrop-Rauxel um 6:12 Uhr zwei Busse gleichzeitig kommen.

Wenn das die große maritime Wende ist, dann ist auch ein tröpfelnder Wasserhahn ein Niagarafall.

Frankreich unhilfreich. Italien unverschämt. Europa insgesamt: frech.

Trump war aber noch nicht fertig.
Frankreich wurde öffentlich angeraunzt, weil Paris offenbar keine Militärtransporte Richtung Israel über französisches Gebiet durchwinken wollte.

Frankreich sei „very unhelpful“.

Das Weiße Haus übersetzt das vermutlich intern mit:

  • „unkooperativ“
  • „illoyal“
  • oder „wagt es, souverän zu sein“

Besonders staatsmännisch dann das Finale:

„The U.S.A. will REMEMBER!!!“

Drei Ausrufezeichen.
Wenn ein Präsident drei Ausrufezeichen benutzt, weiß man:
Jetzt wird’s entweder historisch oder peinlich. Meistens beides.

Italien wiederum soll eine US-Anfrage abgelehnt haben, die Basis Sigonella auf Sizilien für Bomber zu nutzen. Offenbar hatte Washington die italienische Regierung ungefähr in dem Moment informiert, als die Flugzeuge schon halb in der Luft waren.

Das nennt man im Pentagon vermutlich:

„vorausschauende Verbündetenkommunikation“

Andere nennen es:
„Frechheit mit Kerosin.“

Pentagon-Briefing: Krieg, aber make it PowerPoint

Das erste große Pentagon-Briefing seit fast zwei Wochen war insgesamt ein Feuerwerk der Unschärfe.

Hegseth erklärte unter anderem:

  • In Iran habe ein Regimewechsel stattgefunden
  • Falls die neue Führung keinen Deal mit Trump mache, werde man mit noch mehr Intensität weitermachen
  • Die Gespräche mit Iran seien „sehr real, aktiv und gewinnen an Stärke“
  • Gleichzeitig wolle man militärisch „unberechenbar“ bleiben

Übersetzt:

„Wir bombardieren, verhandeln, drohen, dementieren, improvisieren und hoffen, dass niemand merkt, dass das kein Plan ist.“

Es ist das außenpolitische Äquivalent zu jemandem, der betrunken ein Ikea-Regal zusammenbaut und dabei behauptet, das Wackeln sei Teil des Designs.

11.000 Ziele bombardiert – Problem weiterhin vorhanden

Ein Klassiker

General Dan Caine lieferte dann Zahlen, die in jedem Actionfilm Applaus bekämen:

  • über 150 Schiffe „ausgeschaltet“
  • mehr als 11.000 Ziele in 30 Tagen getroffen
  • B-52-Bomber könnten inzwischen dank Lufthoheit über Land operieren

Beeindruckend.

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