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Hennessy will plötzlich jung wirken – Cognac entdeckt TikTok und Rooftop-Partys

PerWaernborg (CC0), Pixabay
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261 Jahre alt und plötzlich mitten in der Midlife-Crisis:
Die Cognac-Marke Hennessy versucht derzeit verzweifelt, bei jungen Leuten wieder cool zu wirken.

Das Problem:
Während früher Rapper stolz „Hennessy“ in Songtexten erwähnten, greifen viele jüngere Konsumenten heute lieber zu Premium-Tequila, Vodka-Seltzern oder allem, was aussieht, als hätte es ein Influencer auf Bali erfunden.

Die Folge:
Der Cognac-Markt schwächelt gewaltig. Die Verkäufe brechen ein, Zölle aus den USA und China drücken zusätzlich auf die Gewinne von Mutterkonzern LVMH.

Oder anders gesagt:
Selbst Luxusalkohol hat inzwischen Identitätsprobleme.

Hennessy-Chef Charles Delapalme beschreibt die Lage fast schon philosophisch:
Die Marke sei kulturell extrem relevant – werde aber immer weniger getrunken.

Das ist ungefähr so, als wäre man auf Instagram überall präsent, aber niemand lädt einen mehr auf Partys ein.

Experten sprechen sogar offen davon, dass Cognac inzwischen als „staubiger Opa-Drink“ wahrgenommen werde – etwas, das der eigene Vater einmal im Jahr vor dem Kamin trinkt, während er bedeutungsvoll ins Feuer schaut.

Die Lösung von Hennessy?
Natürlich vorgemischte Cocktails.

Denn offenbar glaubt inzwischen jede Traditionsmarke, man könne jahrhundertealte Probleme lösen, indem man alles in bunte Flaschen füllt und Influencer davor tanzen lässt.

Zum ersten Mal in fast 300 Jahren verkauft Hennessy nun Getränke, die nicht nur aus Cognac bestehen. Stattdessen gibt es:

  • Margarita-Versionen,
  • Beerencocktails,
  • Eistee-Mischungen
    – alles möglichst leicht, freundlich und TikTok-kompatibel.

Die Werbung dazu zeigt selbstverständlich keine Herren mehr im Ledersessel mit Kristallglas, sondern junge Menschen auf Dächern, am Strand oder in stylischen Apartments bei Tageslicht. Also exakt die Art von Menschen, die normalerweise eher „Matcha-Spritz“ bestellen würden.

Besonders wichtig:
Der Alkoholgehalt ist niedriger.
Die Drinks sind einfacher.
Und sie sollen „zugänglicher“ wirken.

Übersetzt:
Man versucht verzweifelt, Gen Z davon zu überzeugen, dass Cognac nicht automatisch nach Zigarrenclub und Midlife-Crisis schmeckt.

Dabei setzt Hennessy jetzt massiv auf Social-Media-Stars und Influencer. Millionen TikTok- und Instagram-Follower sollen retten, was jahrzehntelang mit Rapmusik und NBA-Sponsoring allein nicht mehr funktioniert hat.

Die eigentliche Ironie:
Hennessy war früher Symbol für Luxus, Status und Hip-Hop-Kultur.
Jetzt versucht dieselbe Marke, mit Rooftop-Cocktails und „ready-to-share“-Flaschen irgendwie wieder jung und unkompliziert zu wirken.

Oder anders formuliert:
Der Cognac von Großvater trägt jetzt plötzlich Sneaker und macht TikTok-Rezepte.

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