Heftige Regenfälle haben im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais schwere Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst. Mindestens 30 Menschen kamen ums Leben, 39 weitere galten am Dienstag noch als vermisst. Einsatzkräfte suchten mit Spürhunden und schwerem Gerät in den Trümmern nach Überlebenden.
Besonders betroffen sind die Städte Juiz de Fora und Ubá. Nach nächtlichen Rekordniederschlägen trat ein Fluss über die Ufer, Straßen verwandelten sich in reißende, schlammige Ströme. In einem Hügelviertel von Juiz de Fora wurden zwölf Häuser bei einem massiven Erdrutsch vollständig zerstört. Mehr als 200 Menschen konnten bislang gerettet werden.
Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen. Viele Bewohner seien nachts vom Regen überrascht worden, als ihre Häuser unter den Schlammmassen begraben wurden. Angehörige warteten verzweifelt auf Nachrichten von Vermissten. Die Chancen, noch Überlebende zu finden, schwinden laut Zivilschutz mit jeder Stunde.
Bürgermeisterin Margarida Salomão rief in Juiz de Fora den Notstand aus. Die Stadt mit rund 500.000 Einwohnern erlebt nach Behördenangaben den regenreichsten Februar seit Beginn der Aufzeichnungen – innerhalb weniger Wochen fielen 584 Millimeter Niederschlag. Zahlreiche Viertel sind abgeschnitten, mindestens 20 Erdrutsche wurden registriert. Etwa 440 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und kamen in Notunterkünften unter, der Unterricht an städtischen Schulen wurde ausgesetzt.
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kündigte humanitäre Hilfe und Unterstützung beim Wiederaufbau an.
Brasilien wird seit Jahren immer wieder von extremen Wetterereignissen heimgesucht. 2024 kamen bei verheerenden Überschwemmungen im Süden des Landes mehr als 200 Menschen ums Leben, Millionen waren betroffen. Experten sehen einen Zusammenhang zwischen der Häufung solcher Katastrophen und der Klimakrise.
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