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Hamas stimmt Waffenstillstands-Vorschlag „positiv“ zu – Weg zu Abkommen rückt näher

victorsteep (CC0), Pixabay
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Nach monatelangen erfolglosen Vermittlungsversuchen hat die Hamas am Freitag eine „positive Antwort“ auf einen von den USA unterstützten Vorschlag für einen 60-tägigen Waffenstillstand im Gazastreifen übermittelt. Damit rückt ein mögliches Ende des aktuellen Konflikts zwischen Israel und der Hamas deutlich näher.

In einer offiziellen Erklärung teilte die Hamas mit, sie habe „den Vermittlern eine positive Antwort übermittelt und sei bereit, sofort in Verhandlungen über die Umsetzung des vorgeschlagenen Rahmens einzutreten“.

Israel hatte dem Vorschlag bereits zuvor zugestimmt. Nun wird erwartet, dass beide Seiten in konkrete Verhandlungen über die Umsetzung und Details des Waffenstillstands eintreten.

Der palästinensisch-amerikanische Vermittler Bishara Bahbah lobte die Antwort der Hamas als bedeutenden Fortschritt. Auf Facebook schrieb er: „Wir sind nun viel näher dran, diesen verfluchten Krieg zu beenden.“ Zwar habe die Hamas Änderungen am Vorschlag vorgenommen, diese würden jedoch seiner Einschätzung nach eine Einigung „innerhalb der kommenden Woche, so Gott will“, nicht verhindern.

Vorgesehene Schritte: Geisel-Freilassungen und Truppenrückzug

Der Vorschlag sieht unter anderem vor, dass während der 60-tägigen Feuerpause zehn israelische Geiseln freigelassen werden – acht davon bereits am ersten Tag. Im Gegenzug sollen palästinensische Häftlinge entlassen werden. Zudem plant Israel den Rückzug aus Teilen des nördlichen Gazastreifens.

Die Übergabe der Geiseln soll ohne öffentliche Inszenierung durch die Hamas erfolgen. Weitere Freilassungen sind an vier darauffolgenden Terminen geplant.

Ein israelischer Insider bestätigte gegenüber CNN, dass die jüngsten Änderungen durch die Hamas die Verhandlungen voraussichtlich nicht gefährden werden.

USA und Katar treiben Vermittlung voran

Die Verhandlungen erhielten zusätzlichen Schub nach dem jüngsten zwölftägigen militärischen Schlagabtausch zwischen Israel und Iran. Katar – ein Schlüsselakteur in den Vermittlungen – initiierte daraufhin neue indirekte Gespräche zwischen Israel und der Hamas, mit dem Ziel, eine gemeinsame Basis zu finden.

Die neue Version des Vorschlags enthält laut Verhandlungskreisen stärkere Zusicherungen der USA, dass Israel zu Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe bereit bleiben müsse – auch über den 60-Tage-Zeitraum hinaus. Zudem verpflichtet sich Israel, die humanitäre Hilfe in Gaza deutlich auszuweiten und diese über etablierte Hilfsorganisationen – nicht über die umstrittene israelisch unterstützte Stiftung – abzuwickeln.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich am Dienstag optimistisch, dass beide Seiten „die notwendigen Bedingungen“ für einen befristeten Waffenstillstand akzeptieren würden. Auf seiner Plattform Truth Social appellierte er direkt an die Hamas: „Ich hoffe, dass Hamas dieses Abkommen annimmt. Denn es wird nicht besser – nur schlimmer.“

Humanitäre Lage bleibt kritisch

Während die diplomatischen Bemühungen weiterlaufen, setzte Israel seine Angriffe fort. Allein am Donnerstag sollen laut palästinensischen Angaben über 80 Menschen bei Luftangriffen getötet worden sein, darunter in einem Schulgebäude, das als Notunterkunft diente.

Seit Beginn des Krieges im Oktober 2023 sind laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium über 57.000 Menschen in Gaza getötet worden. Die Vereinten Nationen sprechen von einer humanitären Katastrophe und fordern dringend eine Feuerpause.

Politischer Kurswechsel in Israel?

Bislang hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein Ende des Krieges kategorisch ausgeschlossen, solange die Hamas nicht vollständig entmachtet sei. Nach dem Iran-Konflikt deutete er jedoch eine neue Priorisierung an – mit Fokus auf die Heimkehr der verbliebenen Geiseln.

Netanjahu reist am Wochenende zu Gesprächen mit Trump nach Washington. Vor seiner Abreise will er am Samstagabend das israelische Sicherheitskabinett einberufen, um den Vorschlag zu besprechen. Während rechte Koalitionspartner Widerstand angekündigt haben, signalisierten mehrere Oppositionsparteien ihre Unterstützung für eine Feuerpause.

Ein Durchbruch könnte also bevorstehen – unter Beteiligung der USA, Katar, Ägyptens und weiterer internationaler Vermittler. Ob der Waffenstillstand tatsächlich zustande kommt, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden.

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