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Großer Polizeibesuch bei Knaus Tabbert: Kein Camping, sondern Festnahmen

4711018 (CC0), Pixabay
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Am Mittwoch wurde es bei Knaus Tabbert in Jandelsbrunn mal richtig spannend – und zwar nicht wegen eines neuen Wohnmobil-Modells. Statt Urlaubsträumen rückten Hunderte Polizisten an, um die Geschäftsräume zu durchsuchen. Dabei gab es nicht nur viele Fragen, sondern auch zwei Festnahmen. Der Grund: angebliche Bestechung, Untreue und ein Management, das wohl ein bisschen zu viel „kreativen Spielraum“ hatte.


Schmiergeld statt Wohnmobilträume?

Die Staatsanwaltschaft Landshut, zuständig für Wirtschaftsstrafsachen (und anscheinend keine Fans von Wohnmobilen), schickte die Beamten los. Im Visier: drei Manager zwischen 57 und 71 Jahren, die offenbar dachten, „Camping“ bedeute, sich mit Schmiergeldern ein schönes Plätzchen zu sichern. Zwei von ihnen arbeiteten direkt bei Knaus Tabbert, während der dritte für eine Investmentfirma im Saarland verantwortlich war – vermutlich das Zeltlager für kreative Geldflüsse.

Der Vorwurf: Sie sollen Zulieferer mit Aufträgen geködert haben, solange diese vorher etwas in die „Managerkasse“ wandern ließen. Ein schöner Tauschhandel, wäre da nicht die Kleinigkeit, dass Bestechung strafbar ist.


Ein Roadtrip der besonderen Art

Die Polizei hatte anscheinend einen besseren Reiseplan als jeder Camper. Über sechs Bundesländer und die Schweiz verteilt, durchsuchten die Beamten Büros, Wohnungen und vermutlich jede Schublade, die sich öffnen ließ. In Jandelsbrunn alleine waren 165 Polizisten im Einsatz – also ungefähr doppelt so viele, wie es Campingplätze in der Gegend gibt. Neben elektronischen Daten und Akten dürften sie auch den einen oder anderen Kaffeeautomaten inspiziert haben.


Knaus Tabbert: „Wir? Niemals!“

Das Unternehmen beeilte sich, klarzustellen, dass es selbst nicht im Mittelpunkt der Vorwürfe steht. Es gehe nur um ein paar „individuelle Mitglieder“ im Management. Man könnte sagen, sie wurden quasi aus der Camping-Gruppe ausgeschlossen, weil sie die Regeln nicht befolgt haben.


Personelle Wechsel: Zufall oder Timing?

Interessanterweise verließ der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Speck das Unternehmen Ende Oktober. Offiziell aus „persönlichen Gründen“ – was natürlich ganz zufällig mit den Ermittlungen zusammenfällt. Der neue Chef, Wim de Pundert, hat jetzt nicht nur die Aufgaben des Vorstandschefs, sondern auch des Finanzvorstands übernommen. Ob er dabei lieber ein Wohnmobil mit Rückfahrkamera hätte, bleibt unklar.


Produktionspause: Kein Geld, kein Lagerplatz, kein Problem?

Seit Mitte November steht die Produktion an zwei Standorten still. Laut Unternehmensangaben soll das helfen, Lagerbestände abzubauen. Vielleicht war es auch einfach ein guter Moment, um den Staub von den Aktenschränken zu wischen und zu sehen, was die Ermittler übersehen haben könnten.


Während die Polizei fleißig Beweise auswertet, bleibt abzuwarten, ob die Manager mit Handschellen in ein neues „Wohnmobil“ umziehen – eines mit Gitterfenstern und einem festen Stellplatz. Unschuldsvermutung hin oder her: Die Geschichte hat das Potenzial für einen Bestseller, vielleicht unter dem Titel „Camping im Knast: Wie ich mich auf die falschen Zulieferer eingelassen habe“.

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