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Großbritanniens peinlichster Aktenordner: Die Mandelson-Files kommen

Foto-Rabe (CC0), Pixabay
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Die britische Regierung veröffentlicht heute den zweiten großen Schwung der sogenannten „Mandelson-Files“ – und offenbar bereitet sich in London bereits halb Westminster kollektiv auf Fremdscham vor.

Denn die Dokumente rund um die Ernennung von Peter Mandelson zum britischen Botschafter in den USA sollen laut Regierungsquellen nicht nur politisch brisant, sondern teilweise auch „embarrassing and cringeworthy“ sein. Anders gesagt:
WhatsApp-Nachrichten, bei denen vermutlich selbst Beteiligte hoffen, dass das WLAN damals eigentlich hätte ausfallen sollen.

Mehr als 1000 Seiten Material werden veröffentlicht – darunter über 160 Seiten mit Textnachrichten und WhatsApps zwischen Ministern, Beratern und Mandelson selbst.

Die britische Regierung verkauft das Ganze natürlich heldenhaft als „beispiellose Transparenz“. Kritiker könnten allerdings einwenden:
Wenn man schon politisch ins Chaos läuft, dann wenigstens gut dokumentiert.

Zur Erinnerung:
Premierminister Keir Starmer hatte Mandelson Ende 2024 trotz Warnungen zum Botschafter in Washington gemacht. Später wurde bekannt, dass Sicherheitsprüfer erhebliche Bedenken wegen Mandelsons Beziehung zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatten.

Das Ergebnis:

  • Mandelson verlor seinen Posten,
  • trat aus der Labour-Partei aus,
  • verließ das Oberhaus,
  • wird strafrechtlich untersucht,
  • und ganz nebenbei flog auch noch Starmers damaliger Stabschef raus.

Man könnte sagen:
Aus einer Botschafter-Ernennung wurde innerhalb weniger Monate eine politische Netflix-Serie mit maximalem Selbstzerstörungspotenzial.

Besonders bitter für Starmer:
Die Affäre verfolgt ihn inzwischen wie ein politischer Bumerang. Kaum glaubt Downing Street, das Thema langsam überstanden zu haben, erscheint die nächste Aktenlieferung voller peinlicher Chats, interner Warnungen und fragwürdiger Entscheidungen.

Natürlich fehlen einige besonders heikle Dokumente weiterhin – offiziell wegen laufender Ermittlungen und nationaler Sicherheitsinteressen. Übersetzt:
Es gibt offenbar noch Material, bei dem selbst die Regierung lieber erstmal tief durchatmet.

Die eigentliche Ironie:
Die Veröffentlichung wird als Triumph demokratischer Offenheit verkauft, während halb London vermutlich nervös überprüft, welche WhatsApp-Nachrichten aus den letzten Jahren besser nie geschrieben worden wären.

Kurz gesagt:
Großbritannien erlebt gerade den vielleicht größten parlamentarischen Chatverlauf-Unfall seiner modernen Politikgeschichte.

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