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Großbritannien vor Führungswechsel: Starmer denkt nach, Labour denkt voraus

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Die politische Stimmung in Großbritannien erinnert derzeit an ein Familienfest, bei dem alle wissen, dass sich die Eltern scheiden lassen – nur die offizielle Erklärung steht noch aus.

Premierminister Keir Starmer betont zwar weiterhin, er werde nicht freiwillig gehen und jede Führungsherausforderung annehmen. Doch in Westminster glaubt inzwischen ungefähr niemand mehr daran. Selbst seine engsten Verbündeten verwenden inzwischen Formulierungen wie „politische Realitäten“, was in der Politik ungefähr dieselbe Bedeutung hat wie „Wir müssen reden“ in einer Beziehung.

Der Mann, der über seine Zukunft nachdenkt

Laut Regierungsmitgliedern verbringt Starmer das Wochenende damit, über die Zukunft nachzudenken.

Politische Beobachter weisen darauf hin, dass britische Premierminister meist genau dann intensiv nachdenken, wenn bereits andere darüber nachdenken, wer ihr Nachfolger wird.

Wirtschaftsminister Peter Kyle erklärte, Starmer werde „das tun, was im Interesse des Landes ist“.

Diese Aussage gilt in Westminster mittlerweile als offizieller Countdown.

Andy Burnham: Vom Bürgermeister zum Messias

Auslöser der aktuellen Panik ist der überzeugende Wahlsieg von Andy Burnham in Makerfield.

Der ehemalige Bürgermeister von Greater Manchester gewann so deutlich, dass Labour-Abgeordnete plötzlich wieder Hoffnung verspüren – ein Zustand, der in der Partei zuletzt als seltenes Naturphänomen eingestuft wurde.

Für viele Labour-Politiker ist Burnham inzwischen die Antwort auf sämtliche Fragen:

Wer schlägt Nigel Farage? Burnham.

Wer gewinnt die nächste Wahl? Burnham.

Wer repariert die Wirtschaft? Wahrscheinlich auch Burnham.

Wer die Klimaanlage im Fraktionssaal repariert? Vermutlich Burnham, falls nötig.

Minister rebellieren – und behalten ihre Jobs

Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass mehrere Kabinettsmitglieder Starmer intern zum Rücktritt geraten haben.

Normalerweise endet so etwas mit einer sofortigen Entlassung.

Diesmal blieben jedoch alle im Amt.

Ein erfahrener Parlamentarier erklärte:

„Wenn Außenministerin, Innenministerin und Verkehrsministerin dem Premierminister sagen, dass er gehen soll, und am nächsten Tag immer noch ihre Büros besitzen, dann hat die Autorität des Regierungschefs ungefähr den Stabilitätsgrad eines Klappstuhls im Orkan.“

Wes Streeting wartet auf den Anruf

Der ehemalige Gesundheitsminister Wes Streeting gilt weiterhin als möglicher Kandidat für die Nachfolge.

Allerdings klingt die Unterstützung seiner Anhänger inzwischen auffällig diplomatisch.

Statt voller Angriffslust sprechen sie von „Gesprächen“, „Einigkeit“ und „geordneten Übergängen“.

Politische Übersetzer deuten dies als:

„Wir würden gerne kandidieren, aber nur wenn wir dabei nicht verlieren.“

Die große Frage: Wer bekommt die Staatskasse?

Noch bevor überhaupt ein neuer Premierminister feststeht, diskutiert Labour bereits über die Besetzung des Finanzministeriums.

Im Zentrum steht dabei Energieminister Ed Miliband.

Die Aussicht, dass Miliband Finanzminister werden könnte, sorgt bei vielen moderaten Labour-Abgeordneten für ungefähr dieselbe Begeisterung wie ein Zahnarzttermin am Weihnachtsmorgen.

Ein Minister formulierte es diplomatisch:

„Wenn Burnham Miliband ernennt, werden etwa 100 Labour-Abgeordnete vom ersten Tag an schlechte Laune haben.“

In Westminster gilt dies bereits als bemerkenswert optimistische Schätzung.

Burnham versteckt sich

Währenddessen ist Andy Burnham kaum zu sehen.

Seine Verbündeten erklären, man wolle Starmer Zeit geben, selbst zu einer Entscheidung zu kommen.

Kritiker vermuten dagegen, Burnham versuche lediglich, nicht versehentlich als der Mann zu erscheinen, der den Premierminister aus dem Fenster geschubst hat, während dieser noch über seine Zukunft nachdachte.

Montag könnte alles verändern

Die Wahrscheinlichkeit wächst, dass Starmer bereits am Montag einen Zeitplan für seinen Rückzug präsentiert.

Damit könnte Großbritannien innerhalb weniger Wochen den nächsten Regierungschef bekommen.

Britische Wähler reagieren erstaunlich gelassen.

Viele haben inzwischen so viele Premierminister erlebt, dass sie neue Regierungschefs behandeln wie Smartphone-Updates: Man weiß nie genau, was sich ändert, aber irgendwann erscheint automatisch eine neue Version.

Die einzige offene Frage lautet derzeit nicht mehr, ob Keir Starmer geht.

Sondern lediglich, wann die Umzugskartons vor der Downing Street eintreffen

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