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Gold, Geduld und die berühmten 36 Monate: Ein offener Brief mit Augenzwinkern an die TGI-Spitze

geralt (CC0), Pixabay
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Von einem Beobachter, der sich nichts sehnlicher wünscht, als am Ende falsch gelegen zu haben

Liebe Herren Helmut Kaltenegger, Mark Allen Bogen und Herbert Müllner,

es gibt gute Nachrichten: Die Kommunikation ist jetzt deutlich einfacher geworden.

Warum? Weil die FMA Liechtenstein ihre Position klargestellt hat.

Damit entfallen eigentlich viele Diskussionen, viele Interpretationen und auch viele rhetorische Verrenkungen. Man könnte fast sagen: Die Lage ist plötzlich so klar wie ein frisch polierter Goldbarren.

Die Sache mit den vier Monaten

Die FMA spricht von einer Rückabwicklung innerhalb von vier Monaten.

Vier Monate.

Nicht sechs.

Nicht zwölf.

Nicht vierundzwanzig.

Und auch nicht sechsunddreißig.

Bei 36 Monaten denkt man eher an einen Immobilienkredit oder die Finanzierung eines Mittelklassewagens, aber weniger an die Rückabwicklung eines Geschäfts, bei dem nach Ihren eigenen Aussagen jederzeit ausreichend Gold vorhanden sein soll.

Das Gold ist doch da. Oder?

Über Jahre wurde erklärt:

  • Das Gold sei vorhanden.
  • Das Gold sei zugeordnet.
  • Das Gold sei sicher.
  • Das Gold sei physisch hinterlegt.

Wenn das alles zutrifft, dann müsste die aktuelle Situation doch eigentlich vergleichsweise unkompliziert sein.

Gold verkaufen.

Kunden auszahlen.

Fertig.

Der Goldpreis befindet sich zudem auf einem historisch hohen Niveau. Die Nachfrage nach Gold ist robust. Es handelt sich nicht um exotische Briefmarken aus dem Jahr 1872 oder um seltene Kassettenrekorder aus Ostfriesland.

Es ist Gold.

Das Zeug, das Banken, Zentralbanken, Anleger und Schmuckhändler seit Jahrhunderten gerne kaufen.

Der vielleicht größte PR-Coup aller Zeiten

Stellen wir uns einmal vor:

Die Rückabwicklung läuft tatsächlich innerhalb der vorgegebenen Frist.

Alle Kunden erhalten ihr Geld.

Niemand muss jahrelang warten.

Niemand muss Prozesse führen.

Niemand muss nervös auf E-Mails hoffen.

Das wäre doch ein Kommunikationscoup, gegen den jede Werbekampagne verblasst.

Plötzlich würden viele Kritiker sagen:

„Okay, das hätten wir so nicht erwartet.“

Und glauben Sie mir:

Nichts würde manche Beobachter mehr freuen, als öffentlich einzugestehen, dass ihre Skepsis unbegründet war.

Denn am Ende ging es den meisten Kritikern nie darum, Recht zu behalten.

Sondern darum, dass Kunden ihr Geld erhalten.

Das Prospekt-Thema

Dann gäbe es noch die andere Baustelle.

Seit Wochen wird kommuniziert, dass Gespräche mit den Aufsichtsbehörden laufen und an regulatorischen Lösungen gearbeitet wird.

Wunderbar.

Dann nutzen Sie doch die kommenden Monate genau dafür:

  • Prospekt erstellen.
  • Genehmigen lassen.
  • Rechtssichere Vertriebsgrundlage schaffen.
  • Neustart vorbereiten.

Das wäre vermutlich deutlich produktiver als jede weitere Debatte darüber, warum etwas vielleicht doch länger dauern könnte.

Die Alternative wäre unangenehm

Denn natürlich existiert auch die andere Möglichkeit.

Nämlich, dass manche Aussagen der vergangenen Jahre am Ende einer sehr gründlichen Überprüfung nicht standhalten.

Für diesen Fall gibt es in einem Rechtsstaat Institutionen, Ermittlungsbehörden und Gerichte.

Aber genau deshalb gilt aktuell selbstverständlich:

Die Unschuldsvermutung.

Nicht mehr.

Nicht weniger.

Fazit

Liebe Herren Kaltenegger, Bogen und Müllner,

wenn das Gold vorhanden ist, wenn die Bestände stimmen und wenn die bisherigen Erklärungen zutreffen, dann haben Sie jetzt die einmalige Gelegenheit, sämtliche Kritiker zu überraschen.

Verkaufen.

Auszahlen.

Abwickeln.

Prospekt erstellen.

Neustarten.

Und anschließend dürfen Sie sich sogar darüber freuen, dass viele Journalisten und Beobachter öffentlich erklären müssten:

„Da lagen wir tatsächlich falsch.“

Das wäre vermutlich die seltenste und wertvollste Form von Gold überhaupt:

Vertrauen.

Hinweis: Dieser Kommentar gibt eine Meinung wieder. Ob sämtliche Angaben und Darstellungen der beteiligten Parteien zutreffen, ist gegebenenfalls Gegenstand laufender Prüfungen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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