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Gisèle Pelicot entsetzt über Urteil gegen jugendliche Vergewaltiger in England

Foto-Rabe (CC0), Pixabay
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Der Fall sorgt in Großbritannien und weit darüber hinaus weiter für heftige Diskussionen. Die französische Vergewaltigungs-Überlebende Gisèle Pelicot hat das Urteil gegen drei jugendliche Täter aus Hampshire scharf kritisiert und sich „zutiefst schockiert“ über die Entscheidung des Gerichts gezeigt.

Die Jugendlichen waren wegen der Vergewaltigung zweier Mädchen im Alter von damals 15 und 14 Jahren verurteilt worden. Die Taten ereigneten sich Ende 2024 und Anfang 2025 in Fordingbridge in Südengland. Besonders erschütternd:
Die Übergriffe wurden teilweise gefilmt und Inhalte offenbar online verbreitet.

Trotz der Schwere der Straftaten verzichtete das Gericht auf Haftstrafen. Stattdessen erhielten die damals 13- und 14-jährigen Täter Jugend-Rehabilitationsmaßnahmen. Der Richter begründete dies damit, dass man die „sehr jungen“ Täter nicht unnötig kriminalisieren wolle und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft im Vordergrund stehen müsse.

Für viele Menschen ist genau das kaum nachvollziehbar — darunter auch Gisèle Pelicot.

Die Französin, die selbst zum Symbol im Kampf gegen sexuelle Gewalt geworden ist, erklärte gegenüber der BBC:
„Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Die Justiz muss das Leid der Opfer anerkennen und dafür sorgen, dass solche Taten nicht ungestraft bleiben.“

Pelicot würdigte gleichzeitig den Mut eines der betroffenen Mädchen, öffentlich über den Fall zu sprechen. Die heute 16-Jährige hatte erklärt, das Urteil habe sich für sie angefühlt wie „ein Schlag direkt ins Gesicht“.

Der Fall entfacht nun erneut eine schwierige gesellschaftliche Debatte:
Wie soll die Justiz mit jugendlichen Tätern umgehen — besonders bei schwersten Sexualdelikten?

Während das Jugendstrafrecht traditionell auf Resozialisierung setzt, fragen sich viele Kritiker, ob bei solch gravierenden Straftaten nicht auch ein klares Zeichen des Rechtsstaats notwendig gewesen wäre.

Die britische Regierung reagierte inzwischen ebenfalls. Premierminister Keir Starmer sprach von einem „erschütternden Fall“ und begrüßte, dass das Urteil nun vom Berufungsgericht überprüft werden soll.

Eines macht die Diskussion deutlich:
Für Opfer sexueller Gewalt geht es oft nicht nur um juristische Verfahren oder Strafmaße. Es geht vor allem darum, ernst genommen zu werden — und darum, dass ihr Leid sichtbar bleibt.

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