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Gesundheitsbranche wird zum Rettungsanker auf dem US-Arbeitsmarkt

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay
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Während Millionen Amerikaner in einem zunehmend schwierigen Arbeitsmarkt um Stellen kämpfen, entwickelt sich das Gesundheitswesen zu einer der wenigen Branchen mit anhaltendem Personalbedarf. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Gesundheitsdienstleister suchen weiterhin händeringend Mitarbeiter – und öffnen ihre Türen zunehmend auch für Quereinsteiger.

Der Grund ist vor allem demografischer Natur: Die alternde Bevölkerung in den USA sorgt für einen stetig steigenden Bedarf an medizinischer Versorgung. Entsprechend wächst die Nachfrage nach Pflegekräften, medizinischen Assistenten, Therapeuten und zahlreichen weiteren Berufsgruppen.

Vom Wiedereinstieg direkt in die Pflege

Wie groß die Chancen inzwischen sind, zeigt das Beispiel von Cynthia Webster aus Palm Bay in Florida. Nach sechs Jahren als Hausfrau wollte die 50-Jährige wieder ins Berufsleben zurückkehren. Statt eines langen Bewerbungsprozesses entschied sie sich für einen sechswöchigen Ausbildungskurs an einem örtlichen Krankenhaus.

Die Investition von weniger als 2.000 Dollar zahlte sich schnell aus. Unmittelbar nach Abschluss der Ausbildung fand Webster eine Stelle als Pflegeassistentin. Inzwischen wurde sie bereits auf Weiterbildungsmöglichkeiten zur examinierten Pflegefachkraft angesprochen.

„Im Gesundheitswesen wird es immer Arbeit geben“, sagt Webster. „Von der Reinigung über die Cafeteria bis hin zur Pflege – gebraucht wird immer jemand.“

Quereinsteiger strömen in die Branche

Die Entwicklung steht im deutlichen Kontrast zu vielen anderen Wirtschaftszweigen. Selbst Hochschulabsolventen berichten zunehmend davon, Hunderte Bewerbungen verschicken zu müssen, um überhaupt ein Praktikum zu erhalten.

Im Gesundheitssektor hingegen entstehen weiterhin neue Stellen. Besonders gefragt sind Berufe mit vergleichsweise niedrigen Einstiegshürden, etwa Pflegeassistenten, häusliche Pflegekräfte oder medizinische Verwaltungsangestellte.

Das Autismus-Therapiezentrum „The Place for Children with Autism“ im Großraum Chicago verzeichnete nach der Einführung eines neuen Ausbildungsprogramms mehr als 10.000 Bewerbungen. Bemerkenswert: Rund 95 Prozent der Interessenten hatten zuvor keinerlei Erfahrung im Gesundheitswesen.

Die Teilnehmer erhalten während der Ausbildung bereits einen Stundenlohn und können innerhalb von drei Monaten eine anerkannte Qualifikation erwerben.

„Manche Bewerber beginnen am Telefon zu weinen, wenn wir ihnen eine Stelle anbieten“, berichtet Personalchef Trevor Freel. „Man hört förmlich die Verzweiflung in ihrer Stimme.“

Krankenhäuser suchen weit mehr als Pflegekräfte

Der Personalbedarf beschränkt sich längst nicht auf klassische Gesundheitsberufe. Große Krankenhausverbünde benötigen ebenso Buchhalter, IT-Spezialisten, Personalmanager, Handwerker oder Logistikexperten.

„Ein Krankenhaus funktioniert im Grunde wie eine kleine Stadt“, sagt Angela Spinelli vom Gesundheitskonzern UCHealth in Colorado. „Es gibt Stellen in nahezu jedem Bereich.“

Allein UCHealth beschäftigt rund 37.000 Mitarbeiter und sucht derzeit unter anderem Finanzanalysten, Gebäudetechniker und Verwaltungsfachkräfte.

Karriere ohne klassische Voraussetzungen

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, senken viele Einrichtungen inzwischen die Einstiegshürden. UCHealth verzichtet bei zahlreichen Positionen mittlerweile sogar auf den Nachweis eines High-School-Abschlusses.

Gleichzeitig investieren die Arbeitgeber verstärkt in interne Weiterbildungsprogramme. Beschäftigte können sich vom Einstieg in Service- oder Hilfstätigkeiten bis hin zu qualifizierten Gesundheitsberufen weiterentwickeln – häufig auf Kosten des Arbeitgebers.

So kann aus einem Hausmeister oder Reinigungskraft im Laufe der Zeit eine examinierte Pflegekraft werden.

Stabilität in unsicheren Zeiten

Arbeitsmarktexperten sehen darin einen wichtigen Grund für die Attraktivität der Branche. Während viele Unternehmen angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten bei Neueinstellungen zurückhaltend agieren, bleibt die Nachfrage nach medizinischer Versorgung weitgehend unabhängig von Konjunkturschwankungen.

Für Menschen, die einen beruflichen Neustart suchen oder nach längerer Pause in den Arbeitsmarkt zurückkehren wollen, entwickelt sich das Gesundheitswesen daher zunehmend zu einer der verlässlichsten Optionen.

Oder wie Cynthia Webster es formuliert:

„Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal im Gesundheitswesen arbeiten würde. Aber jetzt bin ich hier – und ich liebe es.“

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