Manchmal wirkt die britische Brexit-Politik inzwischen wie jemand, der erst wütend aus dem Restaurant stürmt…
und dann draußen merkt:
„Verdammt, eigentlich wollte ich das Essen doch behalten.“
Jetzt soll Großbritannien der EU laut Medienberichten vorgeschlagen haben:
„Wie wär’s denn mit einem gemeinsamen Binnenmarkt für Waren?“
Also übersetzt:
Freier Handel bitte gern.
Weniger Bürokratie auch.
Wirtschaftsvorteile sowieso.
Aber Personenfreizügigkeit?
Nein danke.
Da hört der Spaß dann plötzlich auf.
In Brüssel dürfte man bei diesem Vorschlag ungefähr so begeistert reagiert haben wie ein Zollbeamter beim dritten „Das hab ich zu verzollen vergessen“ am selben Tag.
Denn die EU antwortete offenbar ziemlich trocken:
„Freunde, ihr könnt gerne zurück in die Zollunion oder in den Europäischen Wirtschaftsraum.“
Kleines Problem dabei:
Dann müsste Premierminister Keir Starmer akzeptieren, dass Arbeitnehmer sich wieder freier bewegen dürfen.
Und genau da wird’s politisch plötzlich komplizierter als ein Ikea-Regal ohne Anleitung.
Denn Großbritannien versucht seit Jahren irgendwie gleichzeitig:
- wirtschaftlich möglichst nah an der EU zu bleiben,
- politisch aber möglichst weit weg auszusehen.
Das Problem:
Die EU funktioniert halt nicht wie ein Buffet nach dem Motto:
„Ich nehme bitte Binnenmarkt, aber ohne Arbeitnehmer, ohne Regeln und ohne Verpflichtungen.“
In London hofft man trotzdem weiter auf ein „ehrgeiziges Maßnahmenpaket“.
Klingt wichtig.
Heißt meistens:
Es wird wieder monatelang verhandelt, damit am Ende ein Kompromiss rauskommt, den anschließend beide Seiten als historischen Erfolg verkaufen und gleichzeitig heimlich doof finden.
Besonders herrlich:
Jetzt geht es plötzlich wieder um Lebensmittelhandel, Emissionshandel und engere Wirtschaftsabkommen.
Also exakt um die Dinge, bei denen viele Experten schon VOR dem Brexit gesagt hatten:
„Vielleicht solltet ihr euch das nochmal überlegen.“
Aber gut.
Jetzt sitzt man halt da wie ein Ex-Partner, der nach der Trennung langsam merkt:
Die gemeinsame Waschmaschine war vielleicht doch keine so schlechte Idee.
Und irgendwo in Brüssel lehnt sich vermutlich gerade jemand entspannt zurück und denkt:
„Tja. Willkommen zurück bei den Realitäten.“
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