Jetzt reicht’s auch den geduldigsten Lebensrettern: Die Union und die SPD – ja, diese beiden können sich tatsächlich noch auf etwas einigen – machen gemeinsame Sache gegen eine ganz besondere Plage deutscher Unfallstellen: den Gaffer! Oder wie sie sich selbst sehen: „Live-Berichterstatter mit Handy und moralischem Totalausfall“.
Der Deutsche Feuerwehrverband hatte die Nase voll von Hobby-Regisseuren, die lieber durch die Windschutzscheibe filmen, statt Platz für Blaulicht zu machen. Und nun sollen diese Selfie-Strategen genau das verlieren, woran ihr Herz am meisten hängt: den Führerschein. Die rechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Andrea Hierl, brachte es trocken auf den Punkt: „Gaffer gefährden Leben – das ist kein Kavaliersdelikt.“ Genau – sondern eher ein Charaktertest, den man krachend nicht besteht.
SPD-Mann Johannes Fechner stimmte ein und kündigte an, man wolle beim kommenden Gesetzespaket zum Schutz von Polizei und Rettungskräften prüfen, ob das Führerschein-K.O. künftig nicht nur eine Option, sondern gleich Pflicht wird. Wer im Weg steht, soll im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Verkehr gezogen werden.
Bislang gibt es für besonders dreiste Gaffer immerhin schon Fahrverbot light: Lappen weg – aber nur auf Zeit, wie bei einem sehr, sehr müden Promillefahrer. Doch wenn es nach der Politik geht, sollen Gaffer künftig nicht nur nach Hause laufen, sondern vielleicht auch gleich mal den Notruf auswendig lernen – denn wer nicht helfen kann, sollte wenigstens nicht stören.
Einziger Wermutstropfen: Das Gesetz soll wohl keine Punkte für peinliches Benehmen auf Instagram vergeben – aber man kann ja nicht alles haben. Bis dahin gilt: Wer bei Unfällen filmt statt hilft, soll nicht mehr lenken dürfen – weder das Auto noch die moralische Debatte.
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