Die EU-Kommission hat den US-Konzern Meta dazu aufgefordert, in seiner Messenger-App WhatsApp neben dem eigenen Chatbot auch KI-Angebote konkurrierender Anbieter zuzulassen. Sollte Meta weiterhin andere Unternehmen ausschließen, stellte die Kommission Konsequenzen in Aussicht.
Zur Begründung erklärte die Behörde, dass insbesondere kleinere Wettbewerber benachteiligt und vom Markt verdrängt werden könnten, wenn ihnen der Zugang zu WhatsApp verwehrt bleibe.
WhatsApp wird von den meisten Nutzerinnen und Nutzern vor allem für private Kommunikation mit Freunden und Familie verwendet. In den vergangenen Jahren hat sich der Dienst jedoch auch zu einem wichtigen Kanal für Unternehmen entwickelt. Kundinnen und Kunden können über WhatsApp den Support kontaktieren oder Bestellungen in Online-Shops aufgeben. Häufig kommen dabei KI-gestützte Chatbots zum Einsatz, die Anfragen automatisiert beantworten.
Meta hat diese Entwicklung monetarisiert und erhebt Gebühren von Unternehmen, die WhatsApp geschäftlich nutzen. Nach Angaben des Konzerns haben jedoch auch unabhängige KI-Anbieter begonnen, ihre allgemeinen Chatbots – ähnlich wie ChatGPT oder Google Gemini – über WhatsApp anzubieten und dabei Metas Infrastruktur und Reichweite zu nutzen.
Um dies zu unterbinden, änderte Meta im Oktober die Geschäftsbedingungen für WhatsApp-Unternehmensfunktionen. Seitdem sind Firmen ausgeschlossen, deren Kerngeschäft in der Entwicklung künstlicher Intelligenz liegt. Eine Übergangsfrist für bereits aktive Anbieter endete Mitte Jänner.
Nun liegt der Ball wieder bei Meta. Sollte die EU-Kommission nach einer Prüfung an ihren Vorwürfen festhalten, kann sie einstweilige Maßnahmen erlassen und Meta offiziell zur Änderung der Geschäftsbedingungen verpflichten. Andernfalls drohen dem Konzern empfindliche Geldstrafen.
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