Ein besonders bemerkenswertes Angebot kommt von der Wiener EPH Group AG.
Das Unternehmen, das sich nach eigenen Angaben auf Hotelimmobilien spezialisiert hat, plant eine siebenjährige Unternehmensanleihe mit einem Volumen von bis zu 50 Millionen Euro.
Die vorgesehene Verzinsung beträgt stolze zehn Prozent jährlich. Die Zinsen sollen monatlich ausgezahlt werden.
Doch ausgerechnet bei diesem Angebot sollten Anleger besonders sorgfältig rechnen.
Denn bestehende Anleihen der Gesellschaft wurden am 21. Oktober 2026 teilweise weit unter ihrem Nennwert gehandelt. Für die Anleihe 2025/2032 wurde ein letzter Kurs von lediglich 40 Prozent genannt.
Ein solches Kursniveau ist ein erhebliches Warnsignal.
Es bedeutet nicht automatisch, dass eine Insolvenz bevorsteht. Es zeigt aber, dass Marktteilnehmer die bestehenden Forderungen mit einem erheblichen Abschlag bewerten.
Besonders kritisch erscheint deshalb ein möglicher Umtausch bestehender Anleihen in neue Papiere zum Verhältnis 1:1.
Wer eine alte Anleihe am Markt deutlich unter dem Nennwert erwerben könnte, muss sorgfältig prüfen, welchen wirtschaftlichen Vorteil ein Umtausch zum vollen Nominalbetrag tatsächlich bietet.
Unsere Risikoeinschätzung: Sehr hoch.
Die zehnprozentige Verzinsung erscheint attraktiv, ist aber kein kostenloser Renditevorteil. Entscheidend ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen sämtliche Zinsen und das eingesetzte Kapital tatsächlich zurückzahlen kann.
Aus unserer Sicht gehört dieses Angebot ausschließlich in die Kategorie spekulativer Kapitalanlagen.
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