Entnahmeplan

Mit etwas Aufwand können Sie einen Entnahmeplan auch selbst gestalten
Bei einem Fonds-Entnahmeplan wählen Sie einen oder mehrere Investmentfonds aus. Hier haben Sie die Qual der Wahl – sollen es Aktienfonds sein oder doch lieber Rentenfonds – oder gar Offene Immobilienfonds?

Um das Risiko von Verlusten gering zu halten, sollten Sie sich über eine Verteilung Ihres Vermögens auf verschiedene Fondsarten Gedanken machen. Rentenfonds und Offene Immobilienfonds sind in der Regel nicht so ertragsstark, dafür sicherer und stabiler in ihrer Wertentwicklung. Aktienfonds dagegen können in guten Zeiten durchaus hübsche Erträge bringen – dafür sind auch die Verlustrisiken höher. Mischen Sie, dann gleichen Sie Rendite und Risiko etwas aus.
In die gewählten Fonds legen Sie dann jeweils einen Einmalbetrag an. Aus diesem Einmalbetrag plus der Rendite, die der Fonds erwirtschaftet, wird regelmäßig ein bestimmter Betrag wieder an Sie überwiesen. So ist eine zusätzliche Rente geschaffen.
Im besten Fall ist die Rendite so gut, dass Sie hauptsächlich von den Zinsen leben können und das Kapital kaum aufgezehrt wird. Man spricht in diesem Fall von Kapitalerhalt, im Gegenteil zu Kapitalverzehr. Das hängt natürlich nicht nur davon ab, wie gut sich der Fonds entwickelt, sondern auch davon, wie hoch der monatliche Entnahmebetrag ist. Ein hoher Entnahmebetrag kann das Vermögen auch schnell aufzehren.

Achten Sie bei Entnahmeplänen auf die Flexibilität

Einige Banken bieten Fonds-Entnahmepläne an. Wie flexibel die einzelnen Angebote im Hinblick auf die Höhe der Entnahme oder Variationsmöglichkeiten der verschiedenen Fonds sind, sollten Sie aber genau prüfen. Am besten erfragen Sie bei Ihrer Bank, ob es diese Möglichkeit gibt.

Seien Sie sich dabei aber dessen bewusst, was Sie genau wollen: Wie viel möchten Sie entnehmen? Wollen Sie auf andere Fonds umsteigen können? Was kann die Bank Ihnen bieten? Wenn es Zweifel gibt, sollten Sie die Finger davon lassen. Banken bieten gerne auch hauseigene Fondsprodukte an, die im Vergleich zu ähnlich gestrickten Produkten schlechter abschneiden könnten.

Wenn Sie sich für einen Fonds-Entnahmeplan entscheiden, dann sollten Sie sich darüber im Klaren sein: Entnahmepläne haben bestimmte Vorteile – aber auch Nachteile.

Vorteile eines Fonds-Entnahmeplans
In der Regel hat man große Flexibilität bei die Höhe der Entnahmen. So können Sie auch vorübergehend weniger oder mehr Kapital entnehmen, als Sie es vorgesehen hatten. Man entscheidet also bei Bedarf problemlos neu über die Höhe der Zusatzrente. Sie können außerdem den ganzen Entnahmeplan auch vorzeitig stoppen, indem Sie sich das volle Kapital aus dem Fonds auszahlen lassen und alternativ anlegen.
Sie können den Entnahmeplan selbst konstruieren und haben so die volle Entscheidungsgewalt darüber, in welche Fonds Sie Ihr Kapital investieren. Theoretisch ist auch Umschichten in andere Fonds möglich, hier sollten Sie jedoch die Kosten im Blick behalten. Bei vorzeitigem Tod des Anlegers ist das Kapital nicht weg, wie beispielsweise bei einer privaten Rentenversicherung. Vielmehr geht das nicht verbrauchte Kapital an die Erben über.

Nachteile eines Fonds-Entnahmeplans
Unvorhergesehene Kurseinbrüche können das Vermögen schmälern. Da Sie die Verluste aber meistens nicht aussitzen können, da Sie monatlich Beträge entnehmen wollen, kann das Kapital schneller aufgezehrt werden, als es Ihnen lieb ist. Denn es müssen ja bei niedrigen Kursen umso mehr Fondsanteile verkauft werden, um den gleichen Betrag entnehmen zu können. Auch wenn man nicht auf die monatliche Entnahme angewiesen ist und diese auf ein Minimum reduzieren kann: Einbrüche am Markt können dazu führen, dass man unter Umständen einen langen Atem braucht um eine Erholung abzuwarten. Gerade im hohen Alter ist das Risiko Verluste zu machen, die man nicht mehr ausgleichen kann, umso höher.

Die Verzinsung und damit der Zeitraum, über den ein bestimmter Betrag entnommen werden kann, ist nicht garantiert. Für eine verlässliche garantierte Rente eignet sich dieses Modell daher nicht.

In jedem Fall sollte zunächst die Grundversorgung sichergestellt sein, bevor Sie Ihr Kapital in einen Fonds-Entnahmeplan investieren. Denn die nötige Planungssicherheit für die relevanten existenziellen Dinge wie Miete und Lebensmittel kann durch Fonds nicht gewährleistet werden. Insbesondere bei Aktienfonds ist die Chance auf Rendite nun mal nicht ohne Verlustrisiken zu haben. Das Risiko, dass das Kapital nicht ausreicht, um eine lebenslange Rente zu garantieren, ist sehr hoch. Daher sollten nur Anleger die Variante des Fonds-Entnahmeplans wählen, die dieses Kapital nicht dringend zur Grundsicherung benötigen. Am besten ist, Sie haben das Geld übrig. Dann können Sie das Risiko eingehen und die Chance zu höheren Renditen und damit zur Extra-Rente ergreifen. Für andere Anleger ist der Fonds-Entnahmeplan nicht die richtige Wahl.

Zur Besteuerung von Fonds-Entnahmeplänen gilt das Gleiche wie für Fonds im Allgemeinen. Die Erträge sind abgeltungssteuerpflichtig, sobald Sie Ihren Steuerfreibetrag ausgeschöpft haben.

Quelle: VBZ NRW

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