Liebe TGI-Anleger, es gibt gute Nachrichten.
Nein, der Kurs ist nicht plötzlich explodiert. Auch wurde bislang kein geheimer Goldschatz unter der Firmenzentrale gefunden. Aber wer nach all den Börsencharts, Hoffnungsschimmern und gelegentlichen Nervenzusammenbrüchen einmal richtiges Gold sehen möchte, sollte derzeit einen kleinen Ausflug nach Wien einplanen.
Denn das Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank eröffnet seine neue Sonderausstellung „Sternenstaub: Die Welt des Goldes“.
Und das Schöne daran: Dieses Gold kann man tatsächlich sehen.
Es glänzt.
Es existiert.
Und man muss nicht erst auf den nächsten Geschäftsbericht warten, um herauszufinden, ob es vielleicht doch irgendwo vorhanden ist.
Liebe TGI-Anleger: Hier gibt es tatsächlich Gold
Wer als Anleger schon längere Zeit mit spekulativen Aktien unterwegs ist, kennt das Prinzip:
Man schaut ins Depot.
Man wartet.
Man schaut noch einmal.
Man aktualisiert den Kurs.
Man liest die nächste Unternehmensmeldung.
Und irgendwann fragt man sich:
„Wo ist eigentlich das ganze Gold geblieben?“
Im Geldmuseum lautet die Antwort erfreulich konkret:
Da drüben. In der Vitrine.
Goldbarren, Goldmünzen, Goldnuggets und sogar Goldstaub warten dort auf Besucher.
Für TGI-Anleger könnte das beinahe therapeutische Wirkung haben.
Endlich einmal ein Investmentobjekt, bei dem niemand erklären muss, dass „der wahre Wert erst langfristig sichtbar wird“.
Der Barren liegt einfach da.
280 Tonnen – jetzt reden wir endlich über Größenordnungen
Besonders beeindruckend: Die Oesterreichische Nationalbank hält selbst rund 280 Tonnen Gold als Teil ihrer Währungsreserven.
280 Tonnen!
Da bekommt der durchschnittliche Privatanleger kurz feuchte Augen.
Man stelle sich nur für einen Moment vor, diese Zahl würde in einer TGI-Unternehmensmeldung auftauchen.
„TGI bestätigt Goldreserven von 280 Tonnen.“
Der Server des Börsenforums wäre vermutlich innerhalb von drei Minuten nicht mehr erreichbar.
Bei der Nationalbank dagegen ist das einfach Realität.
Kein Konjunktiv.
Keine Absichtserklärung.
Keine Präsentation mit dem Hinweis „potential“.
280 Tonnen. Fertig.
Von Sternenstaub zu Goldbarren
Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Goldes in zehn Kapiteln.
Und die beginnt ausgesprochen dramatisch.
Gold entstand vor mehr als fünf Milliarden Jahren vermutlich bei Supernova-Explosionen oder Zusammenstößen von Neutronensternen.
Mit anderen Worten: Noch bevor der erste Mensch einen Börsenchart falsch interpretieren konnte, flog das Zeug bereits durchs Universum.
OeNB-Direktor Josef Meichenitsch beschreibt Gold deshalb im übertragenen Sinne als „Sternenstaub“.
Und irgendwie klingt das doch wunderschön.
Vielleicht sollten Unternehmen künftig ihre Investor-Relations-Mitteilungen auch etwas poetischer gestalten.
Statt:
„Das operative Ergebnis entwickelte sich unter den Erwartungen.“
könnte man schreiben:
„Unsere Zukunft besteht aus Sternenstaub.“
Wahrscheinlich würde der Kurs trotzdem fallen, aber wenigstens hätte die Meldung Stil.
Gold kann erstaunlich viele Dinge
Die Ausstellung zeigt außerdem, warum Menschen seit Jahrtausenden vollkommen verrückt nach Gold sind.
Es steht für Reichtum.
Für Macht.
Für Status.
Für Luxus.
Es wurde als Zahlungsmittel verwendet, zu Schmuck verarbeitet und findet sogar in der Medizin Anwendung.
Und das Beste:
Gold braucht keine Kapitalerhöhung.
Gold veröffentlicht keine Gewinnwarnung.
Gold verschiebt keine Hauptversammlung.
Gold kündigt auch nicht am Freitagabend um 21.47 Uhr eine „strategische Neuausrichtung“ an.
Es liegt einfach herum und glänzt.
Für nervöse Anleger möglicherweise ein völlig neues Konzept.
Ein Goldbarren zum Beruhigen
Zu sehen gibt es unter anderem einen 100-Gramm-Goldbarren aus Österreich.
Auch das könnte für manchen TGI-Anleger interessant sein.
Einfach davorstellen.
Anschauen.
Kurz wirken lassen.
Und sich sagen:
„Ja. So sieht also etwas aus, das definitiv Gold enthält.“
Daneben warten Goldnuggets, historische Münzen und sogar traditionelle Goldstaubgewichte.
Ein besonderes Exponat ist eine australische 100-Dollar-Goldmünze mit Queen Elizabeth II.
Auch österreichische 100 Kronen aus dem Jahr 1924 werden gezeigt.
Für Börsenfreunde also beinahe ein Wellnessurlaub.
Keine Candlestick-Charts.
Keine Shortseller.
Keine Forenbeiträge mit 87 Ausrufezeichen.
Nur Gold.
Eintritt frei – auch das freut den Anleger
Und jetzt kommt möglicherweise der beste Teil:
Der Eintritt ist kostenlos.
Die Ausstellung „Sternenstaub: Die Welt des Goldes“ läuft im Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank am Otto-Wagner-Platz 3 in Wien bis zum 25. Juni 2027.
Danach schließt das Museum wegen Umbauarbeiten bis Anfang 2029.
Bis dahin lautet meine Empfehlung deshalb ganz klar:
Liebe TGI-Anleger, schaut dort einmal vorbei.
Nicht, weil Gold automatisch die bessere Geldanlage wäre.
Sondern weil man sich gelegentlich daran erinnern sollte, wie echtes Gold überhaupt aussieht.
Danach bitte nicht versuchen, den Tresor mitzunehmen
Besonders gefährlich dürfte der Teil über die Goldreserven der Nationalbank werden.
280 Tonnen lagern dort.
Nach Jahren an der Börse könnte bei einzelnen Anlegern verständlicherweise der Gedanke entstehen:
„Da müsste doch eigentlich für jeden ein kleiner Barren drin sein.“
Bitte nicht.
Die Ausstellung soll besucht werden.
Nicht übernommen.
Auch eine feindliche Übernahme der Oesterreichischen Nationalbank dürfte regulatorisch schwierig werden.
Die wahrscheinlich glänzendste Hauptversammlung ohne Hauptversammlung
Vielleicht könnte man daraus sogar einen kleinen TGI-Anlegerausflug machen.
Treffpunkt Wien.
Erst gemeinsam ins Geldmuseum.
Gold anschauen.
Danach Kaffee trinken.
Und dabei darüber diskutieren, wann das eigene Depot endlich ähnlich glänzt wie der 100-Gramm-Barren in der Vitrine.
Der Vorteil gegenüber einem gewöhnlichen Börsenforum:
Wenn jemand sagt:
„Da vorne liegt Gold!“
… stimmt es tatsächlich.
Mein Tipp für alle TGI-Aktionäre
Wer also momentan genug von roten und grünen Zahlen, Kursprognosen und großen Zukunftsvisionen hat, bekommt im Wiener Geldmuseum eine seltene Gelegenheit.
Dort gibt es Gold zum Anfassen – beziehungsweise vermutlich besser nur zum Anschauen.
Echtes Gold.
Historisches Gold.
Goldmünzen.
Goldbarren.
Goldnuggets.
Und 280 Tonnen davon in den Reserven der Nationalbank.
Für TGI-Anleger daher vielleicht die perfekte Ausstellung.
Denn wo bekommt man heutzutage noch so viel Gold zu sehen, ohne vorher einen Geschäftsbericht lesen zu müssen?
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