Elite Partner-Abkassieren für Widerruf

Fristgerecht widerrufen und trotzdem zur Kasse gebeten. Kunden der EliteMedianet GmbH, Betreiberin der beiden Partnervermittlungen ElitePartner und AcademicPartner, berichten uns, dass sie ihren Vertrag fristgerecht widerrufen haben, und dann ein Schreiben erhielten, in dem Beträge über mehrere tausend Euro aufgelistet sind. Im Folgenden fordert ElitePartner dann vom Kunden einen Betrag, der bis zu drei Viertel eines Zweijahresbeitrags ausmachen kann, den der Kunde zahlen müsste, wenn er nicht widerrufen hätte. Eine verständliche Erklärung erhält der Kunde nicht. Wer bei ElitePartner nach wenigen Tagen von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht, riskiert also unter Umständen, Beträge zahlen zu sollen, die dem Preis einer mehrmonatigen Mitgliedschaft entsprechen.

Wir halten dieses Vorgehen für rechtswidrig und haben daher vor dem Landgericht Hamburg Klage gegen das Unternehmen eingereicht.
Zu den als Wertersatz von ElitePartner angeführten Kosten für bis zum Zeitpunkt des Widerrufs erbrachte Leistungen gehören:

  • 15 Euro pro gesendeter Nachricht
  • 35 Euro pro gelesener Nachricht
  • 59 Euro für ein detailliertes Persönlichkeitsprofil
  • 15 Euro für einen Ratgeber zur Online-Partnersuche
  • 30 Euro für einen Premium Profilcheck

Aushöhlung des Widerrufsrechts

Die Höhe der geforderten Zahlungen, die ElitePartner als Wertersatz verlangt, entbehrt nach unserer Auffassung der rechtlichen Grundlage. Das Widerrufsrecht hat für Verbraucher so praktisch keinen Nutzen mehr. Der verlangte Betrag übersteigt oft die Kosten für eine dreimonatige Mitgliedschaft bei der Partnervermittlung.

Wiederholungstäter ElitePartner

Das aktuelle Vorgehen von ElitePartner ist eine neue fiese Masche, um Menschen, die einen Partner suchen, das Geld aus der Tasche zu ziehen. Da die EliteMedianet GmbH sich nicht bereit erklärt hatte, nach unserer Abmahnung eine Unterlassungserklärung abzugeben, haben wir nun Klage eingereicht.
Schon früher ist ElitePartner negativ in Sachen Widerrufsrecht aufgefallen und kassierte von ehemaligen Kunden 99 Euro für eine „Persönlichkeitsanalyse”. Nachdem dem Unternehmen dieses Geschäftsgebaren gerichtlich untersagt wurde, hat die Partnervermittlungsfirma nun eine neue Idee ins Spiel gebracht, um Verbrauchern ihr Widerrufsrecht madig zu machen.

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Stand vom Freitag, 1. November 2013

Quelle:VBZ Hamburg

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