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Elektroroller-Hersteller Govecs AG stellt Insolvenzantrag – Investorengespräche gestartet

geralt (CC0), Pixabay
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Die Govecs AG, bekannt für ihre Elektromarke eSchwalbe und als einer der führenden Hersteller von Elektrorollern in Europa, hat Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht München bestellte am 24. November 2025 Dr. jur. Michael Jaffé von der Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Jaffé, ein erfahrener Sanierungsexperte, hat bereits erste Gespräche mit Investoren aufgenommen.

Grund für die Insolvenz sind stark rückläufige Verkaufszahlen: Seit 2022 ist die Zahl der Neuzulassungen von Elektro-Mopeds in Europa dramatisch gesunken. Besonders betroffen ist der Endkundenmarkt, auf den sich Govecs nach der COVID-19-Pandemie vermehrt fokussierte. Zuvor hatte das Unternehmen rund 15.000 Roller in den Sharing-Markt gebracht und hielt dort zwischenzeitlich einen Marktanteil von 40 %. Doch sowohl die Pandemie als auch die schwache Nachfrage nach der Neuausrichtung führten zu hohen Verlusten.

„Unser Ziel ist es, den begonnenen Verkaufsprozess neu zu beleben und eine Perspektive zur Fortführung des Unternehmens zu entwickeln“, so Dr. Jaffé. Dabei sieht er die Exklusivrechte an der Traditionsmarke Schwalbe sowie die gute Marktresonanz der Produkte als wertvolle Basis.

Auch die polnische Tochtergesellschaft betroffen: Die Entwicklung und Produktion der Roller erfolgt über die Govecs Poland Sp. z o.o., die ebenfalls einen Restrukturierungsantrag nach polnischem Recht gestellt hat. Hier arbeite man eng mit dem dortigen Restrukturierungsbeauftragten zusammen, so Jaffé. Die Koordination zwischen den verschiedenen Rechtssystemen gestalte sich allerdings anspruchsvoll.

Die Govecs AG beschäftigt in München acht Mitarbeitende und erzielte im laufenden Jahr Umsätze von rund 7 Millionen Euro. Die Zahlung der Löhne bis einschließlich Oktober ist erfolgt, die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes wurde bereits angestoßen.

eSchwalbe: Elektromobilität mit Kultfaktor

Die eSchwalbe – eine moderne Interpretation des DDR-Klassikers – ist das Flaggschiff des Unternehmens und wurde vor allem für den urbanen Verkehr konzipiert. Trotz positiver Resonanz blieb der erhoffte Marktdurchbruch zuletzt aus. Geschäftsführer Thomas Grübel zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Wir setzen auf das Insolvenzverfahren, um eine nachhaltige Lösung mit neuen Investoren zu finden und die Zukunft der eSchwalbe zu sichern.“

Dr. Michael Jaffé ist einer der profiliertesten Insolvenzverwalter Deutschlands und war u. a. für die Verfahren von KirchMedia, Qimonda, Wirecard und zuletzt der deutschen Fisker GmbH verantwortlich. Die von ihm geleitete Kanzlei zählt zu den führenden Adressen für komplexe und grenzüberschreitende Sanierungsfälle.

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