Rory McIlroy hat schon vieles erlebt in seiner Karriere: Majorsiege, verpatzte Putts, emotionale Interviews. Aber was ihm beim dritten Durchgang der Open Championship am Samstag auf Loch 11 passierte, sprengt selbst für Golfverhältnisse jede Logik – und vermutlich auch jedes Lehrbuch.
Zwei Bälle mit einem Schlag. Nein, das ist kein Trickshot von YouTube, sondern pure Realität im nordirischen Rough.
„Oh mein Gott“ – und das aus gutem Grund
Es begann harmlos. McIlroy, 36, bis dato glänzend unterwegs, verzog seinen Abschlag auf dem Par-4 leicht nach rechts ins Dickicht. Dort, zwischen Farn, Wurzelwerk und dem ein oder anderen Hobbit-Versteck, wollte er seinen Ball mit einem Wedge elegant zurück ins Spiel bringen.
Was dann passierte, kommentierte er treffend mit:
„Das ist das Verrückteste, was ich je erlebt habe.“
Denn plötzlich lag nicht ein, sondern zwei Golfbälle vor seinen Füßen. Einer flog los (ziemlich mittelmäßig), der andere ploppte wie ein Überraschungsei aus dem Boden. Offenbar hatte sich unter seinem Ball ein verschütteter Altball aus grauer Vorzeit versteckt – Rory traf beide gleichzeitig, was selbst in Schottland als „ungewöhnlich“ gelten dürfte.
Sir Nick Faldo live dabei: „Was zum…?“
Sky-Experte und Golflegende Nick Faldo kommentierte die Szene mit kindlicher Fassungslosigkeit:
„Er landet auf einem alten Ball – das ist doch eine Geschichte für die Enkel!“
Und tatsächlich: McIlroy hob den Schattengolfball mit einem breiten Grinsen hoch, als hätte er gerade das Bernsteinzimmer gefunden – nur um ihn dann nonchalant in die nächste Hecke zu werfen.
Loch 12: Von Slapstick zu Superstar
Aber Rory wäre nicht Rory, wenn er aus dem Skurrilsten nicht das Beste machen würde. Nur ein Loch später, auf dem Par-5 der 12, lochte er einen Monster-Putt aus über 17 Metern zum Eagle ein – inklusive Gänsehaut-Jubel von Tausenden Fans.
„Eines der lautesten Geräusche, das ich je auf einem Golfplatz gehört habe“, sagte er danach.
Nicht auszuschließen, dass sogar die Schafe in Holywood (seinem Geburtsort, keine Filmstadt) applaudierten.
Zwischen Lochwunder und Lokalkolorit
Am Ende stand eine starke 66 (-5) auf der Scorekarte – McIlroy liegt nun bei acht unter Par, sechs Schläge hinter Über-Roboter Scottie Scheffler. Und auch wenn der Claret Jug noch nicht in Griffweite ist, der Mythos Rory lebt – und wächst mit jedem kuriosen Zwischenfall.
„Ich versuch’s jede Woche. Und ich versuch’s auch weiter“, so McIlroy.
„Aber zwei Bälle mit einem Schlag? Den Trick nehm ich mit nach Hause.“
Fazit:
Wenn Rory McIlroy golfspielt, ist das manchmal Sport, manchmal Theater – und manchmal Slapstick vom Feinsten.
Aber eines ist sicher: Langweilig wird’s nie.
Und wer weiß – vielleicht braucht man beim nächsten Major einfach nur den richtigen zweiten Ball unter der Erde.
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