Hamburg meldet eine spürbare Belebung beim Wohnungsbau. Nach Angaben des Statistikamts wurden im ersten Halbjahr 2025 über 2.600 neue Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Anstieg von rund 66 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahlen umfassen auch Objekte, die nicht unmittelbar zu Wohnzwecken genutzt werden sollen, zeigen aber dennoch eine deutliche Dynamik auf dem Bau- und Immobilienmarkt.
Wohnraummangel bleibt zentrale Herausforderung
Trotz des Anstiegs bleibt die Situation auf dem Hamburger Wohnungsmarkt angespannt. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist hoch, während die Bauwirtschaft mit steigenden Kosten, höheren Zinsen und komplexen Genehmigungsverfahren zu kämpfen hat. Der Zuwachs an Genehmigungen könnte allerdings ein Hinweis darauf sein, dass Projekte, die in den vergangenen Jahren zurückgestellt wurden, nun wieder verstärkt aufgegriffen werden.
Ziel des Senats: 10.000 Genehmigungen pro Jahr
Der Hamburger Senat hat sich seit Jahren das Ziel gesetzt, jährlich rund 10.000 Baugenehmigungen zu erteilen. Dieses Vorhaben gilt als ein zentrales Element der städtischen Wohnungsbaupolitik, um das Wachstum der Stadt abzusichern und die soziale Durchmischung in den Quartieren zu fördern. Mit den aktuellen Zahlen ist Hamburg diesem Ziel ein Stück nähergekommen – wenngleich die Marke von 10.000 Genehmigungen im laufenden Jahr noch nicht erreicht ist.
Signalwirkung für die Bauwirtschaft
Die deutliche Steigerung könnte ein positives Signal für die Bauwirtschaft darstellen, die in den vergangenen Jahren unter Druck geraten war. Branchenvertreter hoffen, dass die neuen Genehmigungen auch tatsächlich zu Baubeginnen führen und nicht durch Finanzierungshürden oder Kostensteigerungen ausgebremst werden. Für die Stadt ist entscheidend, dass die Genehmigungen in realisierten Wohnraum münden und somit das Angebot an Miet- und Eigentumswohnungen spürbar erweitert wird.
Ausblick
Ob Hamburg das selbst gesetzte Ziel von 10.000 Genehmigungen pro Jahr in naher Zukunft erreichen kann, hängt von mehreren Faktoren ab – insbesondere von der Entwicklung der Baukosten, der Zinspolitik sowie der Attraktivität städtischer Förderprogramme. Der aktuelle Anstieg zeigt jedoch, dass der Wohnungsbau in der Hansestadt wieder stärker in Bewegung kommt.
Kommentar hinterlassen