Florian Wirtz hat’s getan: Der 22-jährige Zauberfuß verlässt Bayer Leverkusen – und zwar nicht etwa für einen Ausflug nach Mallorca, sondern für eine satte Portion Premier League. Der englische Meister Liverpool schnappt sich das deutsche Mittelfeldjuwel und knackt dabei mal eben gleich zwei Rekorde: teuerster deutscher Spieler ever und die höchste Investition der Liverpool-Geschichte. Schnäppchen? Naja, mit bis zu 150 Millionen Euro sicher nichts für den Wühltisch.
Wirtz bekommt einen Vertrag über fünf Jahre und ein Gehalt, das bei rund 20 Millionen Euro jährlich liegen soll. In der Premier League nennt man das: „Welcome to the Big Boys’ Table“. Und Wirtz selbst? Der ist euphorisch wie ein Kind im Süßwarenladen: „Ich bin sehr glücklich und sehr stolz“, sagt er – und kündigt direkt an, dass er nicht zum Sightseeing gekommen ist: „Ich will was erreichen.“ Die Titelverteidigung soll schließlich kein Alleingang für Jürgen Klopp-Nachfolger Arne Slot werden.
Medizincheck? Abgehakt. Vertrag? Unterschrieben. Ansagen? Klar. Der Mann hat einen Plan – und eine gewisse Abneigung gegen Stillstand: „Ich wollte zu einem der Top-Drei-Clubs der Welt, und meiner Meinung nach ist Liverpool einer davon.“ (Was Manchester City und Real Madrid dazu sagen, bleibt abzuwarten.)
Teamchef Nagelsmann applaudiert höflich aus der Ferne: „Ein guter Schritt“, lobt er. Und auch Bayer Leverkusen schnieft leise in ein rot-schwarzes Taschentuch. Fünfeinhalb Jahre hatte Wirtz dort das Mittelfeld veredelt – jetzt bleibt nur noch die Erinnerung und ein gut gefülltes Vereinskonto.
Sportdirektor Simon Rolfes zeigt sich gerührt: „Er kam als 16-Jähriger zu uns…“ – der Beginn einer kleinen Fußballromanze, die nun in einem Transfermärchen mündet. Leverkusen verliert damit nach Trainer Xabi Alonso und Abwehrchef Tah nun auch seinen Offensiv-Taktgeber.
Aber Wirtz wäre nicht Wirtz, wenn er zum Abschied nicht noch einen feinen Satz liefern würde: „Es war mir eine Ehre.“ In Liverpool wird’s nun ernst. Und teuer. Aber vielleicht auch glorreich.
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