Startseite Allgemeines Der mutmaßliche Goldbetrüger Florian Fritsch.Goldige Zeiten vorbei: Start-up-Financier Florian Fritsch hinter Gittern
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Der mutmaßliche Goldbetrüger Florian Fritsch.Goldige Zeiten vorbei: Start-up-Financier Florian Fritsch hinter Gittern

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay
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Einst sonnte sich Florian Fritsch im Glanz seiner Milliarden, nun sitzt er im tristen Licht der Justizvollzugsanstalt Nürnberg. Anstelle von Start-up-Pitches gibt es jetzt Hofgang, und statt glamouröser Investoren-Events stehen Verhöre auf dem Programm.

Der Vorwurf? Betrug im Zusammenhang mit bis zu 14 Kilogramm Gold. Und als wäre das nicht schon brisant genug, kommt die Anzeige aus höchst privatem Umfeld: Seine eigene Ehefrau, Eva Fritsch, soll ihn im Dezember 2024 bei den Behörden gemeldet haben.

„Meine Schatzkammer“ – aber nicht mehr lange

Eva Fritsch betreibt in Wien das Golddepot „Meine Schatzkammer“. Der Name klingt nach einem Disney-Film, die Geschichte dahinter eher nach einem Krimi. Von außen sieht das Geschäft aus wie eine kleine Bankfiliale, drinnen gibt es vergitterte Türen und Schließfächer – die offenbar nicht sicher genug waren.

Denn laut Vorwurf hat Fritsch im letzten Jahr bis zu 14 Kilogramm Gold abgeholt, ohne dass die Geschäftsleitung davon wusste. Dumm nur, dass er offiziell gar keinen Posten in der Firma seiner Ehefrau hatte. Sozusagen ein Einbruch mit Schlüssel – oder ein sehr unkonventioneller Ehevertrag.

Der Goldbarrenhersteller Heimerle und Meule, bei dem die edlen Klötze gelagert wurden, gibt sich ahnungslos: „Uns ist der Sachverhalt nicht bekannt.“ Verständlich – wer will schon mitten in einem Ehe-Drama stehen?

Vom Luxusleben in die U-Haft

Am vergangenen Donnerstag endete der „Goldene Handschlag“ in Handschellen. Fritsch wurde in Regensburg verhaftet, Grundlage war ein europäischer Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Wien wegen Betrugsverdachts. Wie lange das Auslieferungsverfahren dauert? Unklar. Doch wenn Fritsch sich querstellt, könnte er sich noch länger am fränkischen Knastbuffet erfreuen.

Sein österreichischer Anwalt Norbert Wess, bekannt als Verteidiger des Pleite-Baubarons René Benko, gibt sich wortkarg. Verständlich, schließlich hat auch er keine Lust, eine Schatzsuche mit ungewissem Ausgang zu verteidigen.

Vom Milliardärs-Dasein zur Fahndungsliste

Fritschs Karriere als Investor war eine Achterbahnfahrt. Mal kaufte er Start-ups, mal beglich er Altschulden aus der Firmenkasse, mal genehmigte er sich Luxusreisen auf Firmenkosten – nachhaltig war daran wenig.

Nun laufen neben dem aktuellen Verfahren auch Ermittlungen in Liechtenstein – wegen Betrugs, Geldwäsche und betrügerischer Krida (für alle, die kein Liechtensteinisch sprechen: Insolvenzverschleppung). Während er im Gefängnis über seine Strategie nachdenkt, befindet sich seine wichtigste Firma, die Fritsch & Co. AG in Vaduz, bereits in Liquidation.

Selfmade oder einfach nur selbst überschätzt?

Lange inszenierte sich Fritsch als Selfmade-Milliardär. „Forbes“ schrieb einst, er verwalte eine Milliarde Euro – tatsächlich verwaltet er derzeit nur seine eigenen Probleme. Er selbst behauptete, er sei Feuerwehrmann, Rettungssanitäter und Rennfahrer gewesen.

Nun kommt eine neue Karriere-Station dazu: Gefangener in Untersuchungshaft. Vielleicht wird ja irgendwann ein Film aus dieser Geschichte – aber bis dahin bleibt Fritsch erstmal auf der anderen Seite der vergitterten Tür.

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