Manche Menschen mixen Cocktails. Andere Smoothies. Ein 29-Jähriger aus dem Raum Stuttgart hatte offenbar ein etwas anderes Hobby: Er mixte Kryptowährungen – und zwar gleich im Wert von rund 140 Millionen Dollar. 🍹💻
Sein Werkzeug waren sogenannte Kryptomixer. Das sind digitale Programme, mit denen sich Geldströme so durcheinanderwirbeln lassen, dass anschließend niemand mehr genau weiß, wo das Geld eigentlich herkommt. Oder wohin es verschwunden ist. Kurz gesagt: der Cocktailshaker der Finanzkriminalität.
Ein Geschäftsmodell wie ein Waschsalon – nur digital
Zwischen 2017 und 2022 betrieb der Verdächtige gleich zwei solcher Mixer: einen für Bitcoin, einen für Ethereum. Wer also sein digitales Geld einmal ordentlich „durchspülen“ wollte, konnte es bei ihm vorbeischicken.
Das Prinzip war einfach:
Man wirft Kryptowährungen hinein, der Mixer schüttelt alles kräftig durch – und am Ende kommt das Geld wieder heraus, nur eben ohne klare Spur zum ursprünglichen Besitzer.
Für diesen Service kassierte der Stuttgarter natürlich eine kleine Provision. Oder sagen wir: eine Provision pro Waschgang.
140 Millionen Dollar im digitalen Schleudergang
Allein beim Ethereum-Mixer sollen Transaktionen im Wert von rund 140 Millionen Dollar durchgelaufen sein.
Woher das Geld ursprünglich kam, ist bislang unklar. Vielleicht aus dunklen Ecken des Internets, vielleicht aus noch dunkleren. Die Ermittler halten sich dazu bislang bedeckt – vermutlich auch, weil man ungern zugibt, dass irgendwo im Internet gerade ein paar Millionen ihre Herkunft verschleiern.
Die Polizei dreht den Hahn zu
Doch irgendwann war Schluss mit der digitalen Waschküche. Die Taskforce Finanzkriminalität Baden-Württemberg rückte an und durchsuchte mehrere Wohnungen und Geschäftsräume in Stuttgart und Frankfurt.
Dabei stellten die Fahnder alles sicher, was nicht bei drei im Blockchain-Netzwerk verschwunden war:
Computer, Speichermedien, Geschäftsunterlagen und Kryptowallets.
Kurz gesagt: den gesamten Maschinenraum der Krypto-Wäscherei.
Der Komplize für Technik und Organisation
Unterstützung hatte der Hauptverdächtige übrigens auch. Ein zweiter 29-Jähriger half ihm gegen Bezahlung bei technischen und organisatorischen Fragen. Vermutlich so etwas wie der Systemadministrator der Geldwäsche.
Beide Männer sind derzeit noch auf freiem Fuß.
Auch das Finanzamt mischt mit
Ein weiteres Problem könnte allerdings das Finanzamt werden. Denn ein Teil der Provisionen wurde offenbar nicht ordnungsgemäß versteuert.
Und wenn es eine Behörde gibt, die beim Thema Geld besonders empfindlich reagiert, dann ist es traditionell genau diese.
Die Taskforce auf Krypto-Jagd
Die zuständige Taskforce Finanzkriminalität Baden-Württemberg besteht aus Ermittlern von Staatsanwaltschaft, Landeskriminalamt und Steuerfahndung. Rund 30 Spezialisten arbeiten dort derzeit daran, digitale Finanzakrobaten aus dem Verkehr zu ziehen.
Seit ihrer Gründung hat die Einheit bereits etwa 130 Ermittlungsverfahren geführt.
Man könnte also sagen:
Der Kampf gegen Geldwäsche läuft inzwischen ebenfalls ziemlich digital – nur leider ohne Mixer.
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